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Merrill Lynch verbietet ihren Analysten den Kauf von Aktien

Die Merrill Lynch & Co Inc, New York, hat im Rahmen einer Verfeinerung ihrer Researchpolitik ihren Analysten mit sofortiger Wirkung den Kauf von Aktien von Unternehmen untersagt, die sie bewerten.

vwd NEW YORK. Die Vorschrift betrifft alle Analysten (Senior Analysts, Junior Analysts und Assistenten) sowie deren Ehegatten/innen und direkte Haushaltsmitglieder, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Merrill Lynch plant zudem, in ihren Researchberichten jedwede - vor in Kraft treten dieser Vorschrift erworbene - Beteiligung eines Analysten an der Gesellschaft, die er bewertet, darzulegen.

Diese Information werde auf der Rückseite der Studie abgedruckt. Ihr Wortlaut sei: "Ein Analyst oder mehrere Analysten, die die Empfehlung für dieses Wertpapier ausgesprochen hat/haben, sind an dem Unternehmen beteiligt." Der Hinweis soll von September an auf den Berichten erscheinen. Merrill Lynch bietet ihren Analysten nach eigenen Angaben drei Möglichkeiten, wie sie mit betroffenen Beteiligungen umgehen können, um die neue Vorschrift fair und ordentlich umzusetzen. So können sie erstens sämtliche Aktien, unabhängig von deren derzeitigem Rating, verkaufen. Auf diese Weise soll der Anschein eines selektiven Verkaufs verhindert werden.

Zweitens können die betroffenen Mitarbeiter alle Wertpapiere von Unternehmen, die sie beobachten, auf ein Kundenkonto übertragen, auf das sie keinen Einfluss haben. Drittens können sie alle ihre Positionen behalten, können sie dann aber nur verkaufen, wenn sowohl die mittel- als auch die langfristige Empfehlung für den betroffenen Wert auf "neutral" oder "lower" lautet. Bisher galt die Forderung nach einem "Neutral"-Rating nur für die mittelfristige Empfehlung. Wie bisher können die Analysten ihre eigenen Werte auch künftig erst 24 Stunden nach Änderung einer Empfehlung handeln.

Merrill Lynch beschäftigt in 26 Ländern mehr als 850 Analysten. Sie decken rund 3.500 Unternehmen ab.

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