Messe "Laser 2003 - World of Photonics"
Lasertechnik im Aufwind

Ein Stauassistent zeigt dem Fahrer den stockenden Verkehr an, ein Nachtsichtsystem macht Hindernisse frühzeitig erkennbar und eine vorausschauende Notbremse verhindert automatisch einen Unfall. Ein Strahl gebündelten Lichts könnte die Vision des unfallfreien Fahrens wenigstens teilweise Wirklichkeit werden lassen: Der Laser. Die Erprobung der neuen Systeme läuft bereits.

HB/dpa MÜNCHEN. Auf der "Laser 2003 - World of Photonics" und der "Fibercomm" präsentieren rund 950 Aussteller die neuesten Anwendungen der Lasertechnik und Faseroptik in Industrie, Medizin und Unterhaltungsbranche. Rund 20 000 Fachbesucher werden dazu vom 23. bis 26. Juni auf dem Münchner Messegelände erwartet. "Das Spektrum der Anwendungen ist immens", erläutert der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter Neue Technologien der Messe München, Thomas Rehbein. "Die Photonik wird die Elektronik in ihrer Bedeutung ablösen." Das Umsatzvolumen für Lasersysteme betrug weltweit im vergangenen Jahr nach Branchenangaben mehr als 61 Milliarden Euro.

Bereits seit den 80er Jahren werden Lasersysteme in verschiedenen Fertigungsbereichen der Industrie wie etwa in der Automobilproduktion eingesetzt. Sie ermöglichen punktgenaues Schweißen, Bohren und Schneiden. Die Zukunft liegt jedoch auch in anderen Bereichen der optischen Technologien. Schon jetzt bieten Einparkhilfen und Abstandsregel-Tempomaten neuen Komfort und mehr Sicherheit. Der Lichtstrahl tastet Hindernisse ab, wird zurückreflektiert und ausgewertet. Wer meint, nun ungeniert aufs Gas drücken zu können, irrt allerdings. Denn die neue Technik erleichtert zugleich der Polizei das Orten von Temposündern. Ihre so genannten Radarpistolen basieren ebenfalls auf Lasertechnik.

Berührungsfrei, hygienisch und präzise

Längst ist die Lasertechnik in der Medizin nicht mehr wegzudenken. Mediziner korrigieren mit dem "Licht-Skalpell" Fehlsichtigkeit und behandeln Entzündungsherde, Bandscheibenvorfälle, Harnleitersteine und Tumore. Dabei wird Gewebe verdampft und die Wunde sofort verschlossen. Vor allem bei Korrektur von Kurzsichtigkeit registrieren Augenärzte einen regelrechten Boom - der Laser macht oftmals Brille und Kontaktlinsen überflüssig.

"Mit dem Laser hat der Chirurg ein Instrument, das es erlaubt höchst präzise, berührungsfrei und mit geringer Blutungs- und Infektionsgefahr zu operieren", erläutert die Medizinerin Raphaela Waidelich, die den Weltkongress für Lasermedizin parallel zur Messe organisiert. Wegen der äußerst filigranen Glasfaserstränge, über die das Licht geschickt werden kann, sei der Laser "das überragende Instrument" für minimal-invasive Eingriffe.

Neue Hoffnungen setzen die Mediziner nun in die Krebsdiagnostik und Behandlung per Laser. "Die Tumorzellen verdampfen - und können so nicht ins gesunde Gewebe verschleppt werden", sagt Waidelich. Oberflächliche bösartige Blasentumore könnten teils sogar ambulant behandelt werden, berichtet die Urologin und Oberärztin am Uniklinik Großhadern in München. Durch die neue Diagnostik und Therapie werden die Tumore bis in ihre feinsten Verästelungen zunächst markiert und beim Zusammentreffen des Farbwirkstoffs mit dem Laser gezielt zerstört. Neuartige Laser können mittlerweile auch oberflächliche Zellstrukturen aufbrechen und so Gefäße ohne Naht miteinander "verkleben", ein wichtiger Schritt etwa bei Operationen am Herzen und am Gehirn.

Laser "drucken" Zahnersatz

Neue Möglichkeiten erhoffen sich die Forscher auch bei Zahnersatz und Knochenprothetik. Schon jetzt werde in einer Prototypanlage Zahnersatz aus Titan per Laser gleichsam dreidimensional wie bei einem Faxgerät "gedruckt", erläutert der Sprecher des Fraunhofer- Instituts für Lasertechnik (ILT) in Aachen, Axel Bauer. Der Zahnarzt nimmt am Patienten den Abdruck des Zahnes, scannt ihn ein und übermittelt ihn an das Labor. Dort wird der Kunstzahn Schicht um Schicht mit Hilfe eines Lasers aufgebaut. "In einigen Jahren könnte man sich vorstellen, dass man mit Computertomographie einen Knochen aufnimmt, einscannt, "ausdruckt' - und der Operateur setzt den neuen Knochen nur noch ein", schildert Bauer die möglichen Chancen.

Bedenken wegen möglicher Umweltrisiken oder gesundheitlicher Schäden durch Laser gibt es kaum. In der Medizin und in der Kosmetik kann es allerdings bei falscher Anwendung zu Verbrennungen kommen.

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