Metabox-Insolvenzverfahren ausgesetzt
Nemax schließt im Minus

Manchmal spielt das Leben den Vorständen am Neuen Markt übel mit: Da steigen Umsatz und Ertrag, doch der Kurs - er sinkt! So geschehen dem Vorstandsvorsitzenden der durch das Computerspiel Moorhuhn zu Ruhm gelangten Phenomedia AG.

FRANKFURT/M. Markus Scheer machte daher seinem Ärger Luft und kritisierte das "ignorante Geschehen am Neuen Markt". Unternehmen würden offensichtlich schon für ihre bloße Zugehörigkeit zu dem Börsensegment bestraft, ließ er verlauten. Im Prinzip hat Scheer recht. Trotz steigender Ergebnisse ging der Kurs am Dienstag um 7 % auf 13,29 Euro zurück. Auch können sich kaum Firmen dem Abwärtsstrudel des Wachstumssegments entziehen. Doch einen Grund, sich wirklich zu beschweren, haben die wenigsten. Noch immer ist die Aufmerksamkeit für Firmen von der Größe einer Phenomedia in keinem anderen Segment größer, noch immer sind die Bewertungen im Durchschnitt höher als sonstwo. Der Computerspieleexperte beispielsweise plant für 2001 nach früheren Angaben einen Umsatz von knapp 19 Mill. Euro bei einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von knapp 7 Mill. Euro. In den ersten sechs Monaten waren es beim Umsatz erst 6,6 Mill. Euro, beim Ebit weniger als eine Mill. Euro. Dem steht eine Börsenkapitalisierung von fast 60 Mill. Euro gegenüber. Ob also die aktuelle Bewertung fair ist, lässt sich diskutieren, darüber dass sie Anfang 2000 mit fast 400 Mill. Euro zu hoch war, sicher nicht. Wenn Phenomedia sein Wachstumstempo hält, wird dies auch am Neuen Markt nicht ignoriert.

Absolut keinen Grund, sich trotz eines Kursverlustes von 40 % auf 6,30 Euro zu beschweren, hatten gestern die Verantwortlichen von Cybio . Das Biotech-Unternehmen hat seine Umsatzprognose um mindestens ein Drittel gesenkt und wird auch beim Ergebnis enttäuschen. Beim Ergebnis will der Anbieter von Hochleistungs-Netzzugängen QSC zwar besser abschneiden als geplant - also weniger Verlust ausweisen -, doch die Wachstumsstory hält nicht, was sie versprochen hat. QSC musste sein Umsatzziel um ein Drittel zurücknehmen. Die Börse quittierte es mit einem Kursverlust von 16,5 % auf 1,37 Euro. Noch drastischer fällt die Korrektur beim Werbefilmspezialisten Neue Sentimental aus. Der Umsatz wird 2001 nur gut halb so hoch sein wie geplant, statt Gewinnen wird es Verluste geben. Die gab es auch beim Kurs, wenn auch moderat.

Schlechter Start an der Nasdaq

Die Gewinnwarnungen waren allerdings nur ein Grund dafür, dass der Nemax am Dienstagabend bei 1 124 Punkten um 2,5 % niedriger notierte als am Vortag und der Nemax 50 rund 3,5 % auf 1 096 Zähler eingebüßt hat. Schwerer wogen der schlechte Start der Nasdaq und Gewinnmitnahmen. So fanden sich fast alle Werte, die in den Vortagen deutlich zugelegt hatte, auf der Verliererliste. Im Auswahlsegment Nemax 50 brach Senator Film um 15 % auf 2,75 Euro ein. Auch Pixelpark , die sich zuletzt auf Erholungskurs befanden, brachen um mehr als 11 % ein, obwohl die Firma ihren veröffentlichten Quartalsverlust leicht nach unten korrigiert hat.

Mit einem Verlust von 15 % wirkte sich bei EM.TV aus, dass der Einstieg von Kirch auf Eis liegt, bei Kinowelt (- 14 %) gab es Gerüchte um eine drohende Insolvenz. Tagesgewinner war Metabox mit einem Plus von 62 %. Grund war eine Finanzspritze eines privaten Investors über gut 1 Mill. Euro, die eine Insolvenz bis Oktober verhindern soll. Für die Sanierung braucht die Firma einen deutlich höheren Betrag.

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