Metall-Abschluss wird Wirkung zeigen
Welteke: Inflation lässt langsamer nach

Die Inflation in der Euro-Zone lässt nach Worten von Bundesbankpräsident Ernst Welteke zwar nach, möglicherweise aber nicht so schnell wie bisher erhofft. Das Ergebnis der Tarifverhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie werde sich auf den künftigen Inflationsdruck auswirken.

Reuters LONDON. In einer Rede vor der London Busines School sagte Welteke am Dienstagabend: "Der Rückgang (der Inflation) könnte weniger ausgeprägt sein, als ursprünglich erwartet". Das Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigte damit im Wesentlichen seine Aussagen vor Journalisten und Geschäftsleuten am Vortag in London. Vertreter der EZB hatten einen Rückgang der Inflationsrate im Jahresdurchschnitt in der Euro-Zone unter zwei Prozent vorausgesagt. Nach am Dienstag veröffentlichten Zahlen des statistischen Amtes der EU, Eurostat, hat sich die Teuerung in der Euro-Zone im April auf 2,2 Prozent von 2,5 Prozent im März verlangsamt.

In einem Interview mit dem Fernsehsender "BBC News 24" hatte der Bundesbankchef zuvor gesagt, die EZB werde bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag wohl eine abwartende Haltung einnehmen und die Zinsen in der Euro-Zone unverändert lassen. Es sei wegen der Spannungen im Nahen Osten unklar, wie sich der Ölpreis entwickeln werde. Zudem sei es noch zu früh, den Ausgang der Lohnverhandlungen in Deutschland vorherzusagen. Die mehr als 200.000 IG Metall-Mitglieder in der baden-württembergischen Metallindustrie sprachen sich am Dienstag erwartungsgemäß mit großer Mehrheit von rund 90 Prozent für einen Streik aus. Bereits zuvor hatten die Metaller in Berlin und Brandenburg mit mehr als 85 Prozent für einen Streik gestimmt.

Welteke fügte hinzu, der hohe Wechselkurs des britischen Pfund Sterling zum Euro erschwere Großbritannien den Beitritt zur Euro-Zone. Diese Situation werde aber vermutlich nicht für immer anhalten. "Der Wechselkurs des Pfundes gegenüber dem Euro ist ein Hindernis für den Beitritt Großbritanniens zur Euro-Zone. So sehe ich das", sagte Welteke. Er forderte Großbritannien, wie auch Schweden und Dänemark erneut auf, den Beitritt zur Euro-Zone nicht zu lange aufzuschieben.

Nach Einschätzung von Volkswirten liegt der Kurs des britischen Pfundes derzeit um rund zehn Prozent zu hoch für einen konkurrenzfähigen Beitritt Großbritanniens zur Euro-Zone. Am Dienstagabend wurde der Euro mit 0,6177/82 Pfund gehandelt.

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