Metro führt Gewinnerliste an
Dax legt um über sieben Prozent zu

Erneute massive Kursgewinne der Finanzwerte haben den Deutschen Aktienindex (Dax) auch am Freitag beflügelt. Für die kommende Woche rechnen Experten mit einem Anhalten der Aufwärtsbewegung.

Reuters FRANKFURT. Am Markt machte bereits das Wort einer "Jahresendrally" die Runde. Einige Analysten sahen den Dax zum Jahreswechsel bei bis zu 3400 Punkten. Doch selbst wenn es dazu kommen sollte, wäre dies nach einhelliger Meinung der Experten noch keine Trendwende. Um die seit März 2000 anhaltende Abwärtsbewegung langfristig zu beenden, müsse das Börsenbarometer auf bis zu 4400 Punkte steigen.

Neben Finanzwerten richteten sich die Blicke am Freitag unter anderem auf Metro, deren Aktien von der Hoffnung auf einer Verbesserung der Einzelhandelskonjunktur profitierten.

Der Dax schloss am Freitag 7,2 Prozent höher bei 2930,74 Zählern. Damit gewann er in der abgelaufenen Woche per Saldo acht Prozent, nachdem er zur Wochenmitte mehr als sieben Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag gelegen hatte. Doch auch nach dieser Erholung liegt das Börsenbarometer immer noch rund 45 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Damit hat sich der Dax deutlich schlechter entwickelt als die wichtigsten Indizes der europäischen Börsen und der Wall Street.

Der Nebenwerte-Index MDax stieg am Freitag um 3,5 Prozent auf 2858,26 Punkte. Am Neuen Markt zog derweil der Auswahlindex Nemax 50 6,1 Prozent auf 349,56 Zähler an.

An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 4,8 Prozent höher bei 7892 Stellen, während der Nasdaq-Index 4,7 Prozent auf 1218 Punkte gewann.

Keine überdurchschnittlichen Dax-Gewinne zu erwarten

Trotz der im internationalen Vergleich überproportionalen Dax-Verluste der vergangenen Monate rechneten Marktteilnehmer nicht mit einer überdurchschnittlichen Erholung der deutschen Aktien. "Die Frage ist, wie stark uns der Deutschland-Faktor belasten wird", brachte der Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Bedenken vieler Marktteilnehmer auf den Punkt. Einer dieser Faktoren sei die aktuelle Debatte um Steuererhöhungen, die ausländische Investoren vom Kauf deutscher Aktien abhalte. Außerdem reagiere der Markt enttäuscht, dass es bei der Bundestagswahl nicht zu einem Regierungswechsel gekommen sei.

Metro führt Gewinnerliste an

Die Aktien des weltweit fünftgrößten Einzelhandelskonzerns Metro verteuerten sich um 19,3 Prozent auf 19,75 Euro. Ein Unternehmenssprecher hatte gesagt, das dritte Quartal sei "sehr zufrieden stellend" verlaufen. Zuvor hatte der im MDax gelistete Wettbewerber Karstadt-Quelle mitgeteilt, den Umsatz im vergangenen Quartal erstmalig in diesem Jahr gesteigert zu haben. Karstadt-Titel stiegen um 14 Prozent auf 16,33 Euro.

Finanzwerte setzen zur Erholung an

Die Finanzwerte, die zuletzt von der Diskussion über eine ernste Krise der Branche in Deutschland getroffen wurden, erholten sich weiter. So verteuerten sich die Papiere von Allianz und Münchener Rück um 13,5 beziehungsweise 14,2 Prozent. In den vergangenen Tagen waren zahlreiche Top-Banker wie Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer den Spekulationen über eine Bankenkrise entgegengetreten. "Das war eine nette Imagekampagne", sagte ein Händler. Die Aktien der Commerzbank, die noch zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen waren, stiegen erneut und verteuerten sich um 6,3 Prozent auf 7,21 Euro.

Lufthansa-Finanzchef Karl-Ludwig Kley hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, die bisherige Gewinnprognose sei sehr konservativ gewesen. Die Papiere der Fluggesellschaft verteuerten sich daraufhin um 17 Prozent auf 10,25 Euro.

Porsche und Mobilcom auf der Überholspur

Überdurchschnittliche Kursgewinne verbuchte auch Porsche. Die Aktien des Sportwagenherstellers stiegen um knapp 16 Prozent auf 447,17 Euro, nachdem das Unternehmen mit einem Gewinnsprung von 40 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr für Überraschung gesorgt hatte.

Am Neuen Markt kletterten die Titel von Mobilcom um 48 Prozent auf 2,10 Euro. Wie Reuters aus Bankenkreisen erfuhr, wollen die Gläubigerbanken dem finanziell angeschlagenen Mobilfunkdienstleister die Kredite erneut stunden.

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