Metro ist wiederholt zum Ziel von Spekulationen geworden
Metro weist Bericht zu Bündnis mit Wal-Mart zurück

Reuters DÜSSELDORF. Die Metro AG hat einem Bericht der "Welt am Sonntag" widersprochen, wonach der Düsseldorfer Einzelhandelskonzern und der US-Konzern Wal-Mart Firmenteile austauschen wollen.

Dies seien "reine Spekulationen und Fantasien", sagte Firmensprecher Dierk Kowalke am Montag. Er verwies auf eine Erklärung des Unternehmens der letzten Woche, in der "nachdrücklich" ein Verkauf von Beteiligungen der Metro dementiert worden war. Der Verlauf der Metro-Aktie zeigt der Chart vom Montag.

Metro AG - Intraday-Chart

Die Zeitung hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Einzelhandelskonzerne prüften ein Bündnis, bei dem jeder Konzern seine Kernkompetenzen durch die Übernahme von Firmenteilen des anderen stärkt. Die Metro könnte ihr mit den Real-SB-Warenhäuern und Extra-Verbrauchermärkten betriebenes Lebensmittelgeschäft an den US-Konzern abgeben. Im Gegenzug würde die Metro in den USA die Großhandelskette Sam's Club erhalten. Dem Zeitungsbericht zufolge könnte die Metro sich im wesentlichen auf das Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) konzentrieren. Wal-Mart würde durch die Übernahme von Real und Extra mit einem Umsatzvolumen von rund 21,4 Mrd. DM in Deutschland die gewünschte Spitzenstellung erhalten.

Nach dem Markteintritt in Deutschland hat Wal-Mart zwar ein Umsatzvolumen von rund fünf Mrd. DM aufgebaut, das aber Berichten zufolge mit hohen Verlusten verbunden war. Offizielle Zahlen von Wal-Mart in Deutschland gibt es nicht. Insgesamt setzte Wal-Mart zuletzt 165 Mrd. $ um, Metro 85,7 Mrd. DM.

Mögliche Wertdifferenzen bei dem Beteiligungstausch würden ausgezahlt, hieß es in dem Bericht weiter. Das Abkommen werde zudem noch von einem "Waffenstillstand" gekrönt. Die Firmen garantierten, die Handelsform des anderen künftig zu meiden.

In den letzten Wochen war die Metro wiederholt das Ziel von Spekulationen geworden, bei denen es teilweise um den Verkauf von Fimenanteilen und die Zerschlagung des Konzerns ging. Zuletzt hatte es geheißen, die drei Metro-Großaktionäre Otto Beisheim, Franz Haniel und die Familie Schmidt Ruthenbeck würden Gespräche über den Verkauf ihrer Anteile führen.

Daraufhin gab die Metro am 24. Juli bekannt, dass die Gesellschafter, die zusammen 67 % am Unternehmen halten, an ihrem Engagement auf unbefristete Zeit festhielten. Um dem Nachdruck zu verleihen, soll der Präsident des Metro-Verwaltungsrates und Vorsitzende der Haniel & Cie, Jan van Haeften, neuer Aufsichtsratschef werden. In dieser Funktion wird er Erwin Conradi im Amt folgen, der zum 1. August sein Mandat niederlegen wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%