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Metro weiter auf Auslandskurs

Der weltweit viertgrößte Handelskonzern, die Metro AG, setzt weiter auf das Wachstum im Ausland. "Wir erwarten 2001 ein Umsatzplus von mindestens sieben Prozent auf über 50 Milliarden Euro und wollen mit der Expansion des Großhandels und der Elektronikkette Media/Saturn weiter wachsen", sagte der Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz.

rtr DÜSSELDORF. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die Nachfrage im In- und Ausland nicht abschwäche. 2000 hatte der Konzern beim vorausgesagten zweistelligen Ergebnisplus die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen, aber im ersten Quartal 2001 die Umsatzschätzungen leicht verfehlt.

Die Aktie der Metro notierte am Donnerstagvormittag in einem freundlichen Börsenumfeld mit 49,46 Euro 0,4 Prozent über ihren Vortagesschluss.

Ins neue Jahr ist der nach dem US-Konzern Wal Mart, der französischen Carrefour und der niederländischen Ahold-Gruppe mittlerweile viertgrößte Handelskonzern der Welt nach eigenen Angaben gut gestartet. Zwar wuchs der Umsatz im ersten Quartal etwas schwächer als im Vorjahr, aber der Verlust vor Steuern habe sich indes auf 62,7 Millionen Euro verringert. Analysten hatten ein Umsatzplus von sechs Prozent vorausgesagt, für das Ergebnis aber wegen der Umstellung der Rechnungslegung auf IAS keine Zahlen genannt.

Im ersten Quartal legte die Metro beim Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) um ein Drittel auf 13,7 0) Millionen Euro zu. Das traditionell bei deutschen Handelskonzernen negative Quartalsergebnis verringerte die Metro um ein knappes Viertel auf 70,0 Millionen Euro. Gewinne fahren deutsche Händler überwiegend erst im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ein. Je Aktie ergab sich von Januar bis März 2001 ein Fehlbetrag von 0,21 (minus 0,27) Euro. Das Ergebnis je Aktie solle 2001 zweistellig wachsen, kündigte Körber an.

Mit fast zweistelligem Wachstum bei Umsatz und Ergebnis wartete im ersten Quartal die Großhandelsparte auf, obwohl die Metro für die Auslandsexpansion knapp 130 Millionen Euro investierte. Das Ebit wurde kräftig auf 28,5 Millionen gesteigert bei einem um 6,0 Prozent auf 4,916 Milliarden Euro gekletterten Quartalsumsatz. Westeuropa entwickele sich erfreulich, Osteuropa erwartungsgemäß, aber die Währungskrise in der Türkei sei spürbar. Der Metro-Großhandel ist in 20 Ländern mit 358 Märkten vertreten. In diesem Jahr sollen weitere Filialen in Vietnam und Kroation folgen. Zudem gibt es eine Kooperation mit der japanischen Handelsgruppe Marubeni.

Die Sparte Media-Saturn mit 317 Elektronikmärkten verharrte beim Umsatz knapp vor der Zwei-Milliarden-Grenze. Mehr als ein Fünftel des Umsatzes von 1,994 Milliarden Euro erzielte die Elektronikkette in Westeuropa, insgesamt knapp ein Drittel im Ausland.

Sorgenkinder haben Vorjahresverlust halbiert

Die Sorgenkinder, etwa die auf das Real-Konzept umgebauten Allkauf/Kriegbaum-Märkte, haben den Vorjahresverlust mit 18,6 Millionen Euro mehr als halbiert bei einem Umsatzplus von 3,9 Prozent. Zu Real gehören 278 Märkte, davon 248 in Deutschland, 24 in Polen und sechs in der Türkei. Die 494 Extra-Märkte fuhren immerhin die Verluste um gut 40 Prozent auf einen Fehlbetrag von 11,2 Millionen Euro herunter. Die Umsätze im hart umkämpften deutschen Lebensmittelhandel legten um 1,1 Prozent zu.

Positive Zeichen sieht die Metro bei den 352 Praktiker - Baumärkten. Trotz eines Umsatzrückgangs von knapp einem Prozent und erheblicher Kosten für den Umbau wurde der Vorjahresverlust von 23 Millionen Euro gehalten. Kaufhof schaffte hingegen den Sprung in die Gewinnzone. Statt eines Verlustes von 1,6 Millionen Euro im Vorjahr fuhren die 132 Filialen einen Gewinn von 7,2 Millionen Euro ein bei einem leichten Umsatzrückgang.

2000 übertraf die Metro mit einem zweistelligen Gewinnplus die Erwartungen der Analysten leicht. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 10,7 Prozent auf 754 Millionen Euro. Analysten hatten einen Gewinnsprung um 10,5 Prozent erwartet. Auch der Überschuss wuchs stärker als geschätzt, und zwar um 38,5 Prozent auf 423 Millionen Euro. Im Schnitt hatten die Analysten einen Überschuss von 413,4 Millionen Euro genannt.

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