Metro will im laufenden Geschäftsjahr 7000 neue Stellen schaffen
Handelsriese Metro wächst im Ausland

Der weltweit fünftgrößte Handelskonzern Metro will im laufenden Geschäftsjahr vor allem im Ausland wachsen und dabei 7000 neue Stellen schaffen.

Reuters DÜSSELDORF. Der für die zweite Jahreshälfte 2002 hier zu Lande erwartete Aufschwung werde helfen, den für das Gesamtjahr angestrebten Umsatzzuwachs von sechs Prozent auf 52 Milliarden Euro zu erreichen, kündigte Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Dienstag an. 2001 hatte die Metro ursprünglich sieben Prozent mehr Umsatz geplant und letztlich ein Plus von 5,5 Prozent erreicht.

Belebung des Geschäfts in Deutschland

"Die wenig günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland stellen den Handel in den ersten Monaten des Jahres vor große Herausforderungen", stellte Körber fest. Zur Geschäftsentwicklung in den Monaten Januar und Februar wollte sich Körber indes nicht äußern. Nach Einschätzung von Branchenkennern war der Start ins Jahr für alle Händler aber schlecht. Die Zahlen für März ließen eine Belebung im Inland erkennen, sagte Körber allerdings. Ende April wird der Düsseldorfer Konzern über das erste Quartal berichten.

Erster Metro-Großmarkt in Vietnam

Für das Auslandsgeschäft der Großmärkte und Media-Saturn-Filialen erwartet Körber eine unverändert positive Entwicklung. Am Donnerstag soll der erste Metro-Großmarkt in Vietnam eröffnet werden. Japan und Indien kämen bis zum Jahresende hinzu. In China gehört die Metro bereits zu den großen ausländischen Handelskonzernen. Denkbar sei, dass die Elektronikmärkte auch in den zur Metro gehörenden belgischen Inno-Käufhäusern einziehen, sagte Körber.

Um die Internationalisierung des Konzerns voranzutreiben werde die Metro wieder rund zwei Milliarden Euro investieren. Außerdem seien 7000 neue Arbeitsplätze geplant, die zum Großteil im Ausland geschaffen werden sollen. Die Metro werde zudem 300 neue Führungskräfte einstellen. 2001 hatte die Metro im Schnitt 187.000 Vollzeit-Beschäftigte.

Ergebnis pro Aktie soll um zehn Prozent zulegen

Auch in punkto Profitabilität wolle sich Metro in diesem Jahr verbessern, sagte Körber. Er kündigte an, 2002 werde der Gewinn je Aktie (Eps) um rund zehn Prozent zulegen. Im Vorjahr lag die Ergebnissteigerung je Anteilsschein allerdings bei 11,9 Prozent auf 1,23 Euro. Der französische Konkurrent Carrefour kündigte jüngst für 2002 ein Eps-Wachstum von mindestens zehn Prozent an. Der niederländische Handelskonzern Ahold strebt sogar ein Eps-Wachstum von 15 Prozent an.

Körber mit Geschäftszahlen zufrieden

Mit den Zahlen für 2001 zeigte sich Körber trotz der schwierigen Lage im deutschen Handel zufrieden. Gewinntreiber waren wieder die Großhandel- und die Elektroniksparte. Das Ergebnis der Media-Saturn-Märkte blieb aber wegen der internationalen Expansion sowie der schwachen Nachfrage nach Computern und Mobilfunktelefonen hinter dem Jahr 2000 zurück. Zum Vorjahr deutlich verbessert, aber immer noch mit Verlusten, präsentierten sich die Lebensmittelmärkte Extra und die Praktiker-Baumärkte. Zufrieden äußerte sich Körber auch über die Kaufhof-Warenhäuser.

Die Metro steigerte den Jahresüberschuss im Konzern um 6,3 Prozent auf 449 Millionen Euro und lag damit über den Erwartungen der Analysten. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte die Metro um 10,3 Prozent zu. Für 2001 schlug der Konzern eine unveränderte Dividende von 1,02 Euro je Stammaktie und 1,122 Euro je Vorzugsaktie vor.

Commerzbank Analyst Jürgen Elfers nannte die Zahlen "überraschend gut". Auch der Ausblick sei realistisch. Skeptischer äußerte sich Invesco Fondsmanagerin Manuela von Ditfurth: "Jedes Jahr gibt die Metro Signale aus, im kommenden Jahr wird es besser werden." Invesco selbst halte keine Metro-Aktien mehr, würde bei einem Kurs von unter 35 Euro je Anteilschein aber wieder einsteigen.

Der Kurs der im Dax notierten Metro-Aktie kam unter Druck und fiel in einem stabilen Gesamtmarkt bis zum Nachmittag um fast zwei Prozent auf 37,80 Euro.

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