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Metro will in Asien kräftig expandieren

Die Metro AG will ihr Engagement in Asien vorantreiben und den Umsatz in der Region durch die Eröffnung neuer Filialen im kommenden Jahr fast verdoppeln.

rtr STUTTGART. Neben dem Ausbau der Geschäftstätigkeiten in China und dem geplanten Markteintritt in Japan sollen im Februar 2002 erste Geschäfte in Vietnam und Indien eröffnet werden, sagte der Vorstandsvorsitzende des viertgrößten Handelskonzerns der Welt, Hans-Joachim Körber, am Dienstagabend vor dem Stuttgarter Wirtschaftspresse-Club. "Im Jahr 2002 werden wir in Asien einen Umsatz von 1,8 Mrd. DM schaffen können." Derzeit belaufe sich der Umsatz nur in China, dem zurzeit noch einzigen asiatischen Land, in dem die Metro AG operativ tätig ist, auf rund eine Milliarde DM.

Für das Gesamtjahr 2001 bekräftigte Körber erneut die bisherigen Geschäftsprognosen. "Wir sind auf dem besten Wege, einen Umsatz von 100 Mrd. DM zu überschreiten", wiederholte Körber frühere Aussagen. Metro geht für 2001 von einer Steigerung des Konzernumsatzes von sieben Prozent auf über 50 Mrd. ? und des Ergebnis je Aktie um mindestens zehn Prozent aus. Der Auslandsanteil von 45 % am Gesamtumsatz solle weiter ausgebaut werden, hieß es.

In Vietnam und Indien würden die Geschäfte derzeit zwar alleine aufgebaut, Körber zeigte sich aber offen für Partnerschaften. In Japan seien dagegen für den Aufbau neuer Filialen die Verträge für das geplante Gemeinschaftsfirma mit Marubeni unterzeichnet. "Dort suchen wir momentan nach den passenden Grundstücken." Das Großhandelsgeschäft Cash & Carry in Asien sei ein auf die Zielgruppe zugeschnittenes Lebensmittel und Nicht-Lebensmittel-Sortiment. Die Kulturbarrieren seien auch für Metro eine Hürde, sagte Körber. Es würden aber für jedes Land eigene Konzepte entwickelt. Beispielsweise werde in China Frische mit "lebend" gleichgesetzt. Internationalisierung könne nur dann erfolgreich betrieben werden, wenn eine internationale Management-Kultur in einem lokalen Markt geschaffen werde. Das Großhandelsgeschäft Cash & Carry ist Metros umsatzstärkster Bereich.

Das seit Mai 2000 auch von der Metro angebotene Rabattsystem "Payback" habe sich sehr erfolgreich entwickelt, sagte Körber weiter. Allein die Metro habe bislang zwölf Mill. Payback-Karten ausgegeben, über die der Kunde Punkte auf seine Einkäufe sammeln kann und so in den Genuss eines Rabatts kommt. "Deutschland wird sicherlich kein Basar", urteilte Körber über die ersten Erfahrungen nach dem Wegfall des Rabbattgesetzes Ende Juli. Der geschaffene Freiraum müsse neu definiert werden. Ursprünglich sei die Payback-Karte zur Erstellung von Kaufprofilen eingeführt worden. Im extrem wettbewerbsintensiven deutschen Einzelhandel sei es zunehmend schwierig, das Kaufverhalten zu analysieren. "Der Champagner von Aldi ist in - danach wird dann das Chanel-Kostüm gekauft", sagte Körber.

Kein Verkauf der Praktiker-Baumärkte

Körber bekräftigte, dass ein Verkauf der Metro-Baumärkte "Praktiker" derzeit nicht anstehe. Die Repositionierung sei auf gutem Wege und Praktiker werde in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Im zweiten Quartal war der Umsatz der zweitgrößten deutschen Baumarktkette flächenbereinigt um 2,8 % auf 713 Mill. ? zurückgegangen, während der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 50 % auf 27,5 Mill. ? gestiegen war. Bis Ende nächsten Jahres habe Praktiker Zeit, die Ziel-Rendite zu erreichen, unterstrich Körber. Seit langem halten sich Spekulationen, dass sich Metro von Praktiker trennen will. Auch über einen Verkauf der Lebensmittel-Kette "Extra" werde derzeit nicht nachgedacht. Bei der Neupositionierung des Filialnetzes seien kleinere Läden abgestoßen und in größere investiert worden.

Angesprochen auf den möglichen Börsengang der Elektronik-Fachgeschäfte Media/Saturn sagte Körber: "Dies ist eine Option, die man angehen muss, wenn man sie braucht." Geld werde jedoch dort nicht benötigt. Früheren Angaben zufolge sollen in diesem Jahr rund 3000 neue Arbeitsplätze in den Elektronik-Fachgeschäften geschaffen werden. Im zweiten Quartal 2001 hatten Media/Saturn erstmals flächenbereinigt einen Umsatzrückgang von 2,1 % und ein auf 8,2 Mill. von neun Mill. gesunkenes Ebit verbucht.

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