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Mexikos Aufschwung erfreut auch die Anleger

Wer um die Jahreswende in mexikanische Aktien investierte, hat gut lachen: Seit Neujahr ist der IPC-Index der Börse von Mexiko-Stadt um mehr als 35 Prozent gestiegen. Und der Peso zeigt sich im Verhältnis zum Dollar wider Erwarten stabil.

dpa-afx MEXIKO-STADT. Wer um die Jahreswende in mexikanische Aktien investierte, hat gut lachen: Seit Neujahr ist der IPC-Index der Börse von Mexiko-Stadt um mehr als 35 Prozent gestiegen. Und der Peso zeigt sich im Verhältnis zum Dollar wider Erwarten stabil. Analysten glauben, dass sich in den Aktienkursen die Konjunkturerholung der zehntgrößten Volkswirtschaft der Welt spiegelt und dass die Hausse zumindest im ersten Halbjahr 2005 weitergehen wird.

"Die meisten Firmen haben sehr gute Gewinne gemacht, und dies hat mit der gesamtwirtschaftlichen Lage, dem höchsten Wirtschaftswachstum in vier Jahren, zu tun", sagt Rodolfo Navarrete, Chefanalyst des mexikanischen Wertpapierhauses Vektor. Die Firmen hätten außerdem ihre Gewinne klug genutzt, um beispielsweise Schulden zu tilgen. Dies mache sie für Anleger noch attraktiver. Im Bergbau tätige Unternehmen hätten von den hohen Rohstoffpreisen profitiert, und die Bauindustrie floriere dank der Wohnungsbauprogramme der Regierung, sagt Navarrete.

BIP Wächst IM Dritten Quartal UM 4,4 Prozent

Im dritten Quartal dieses Jahres ist Mexikos Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent gestiegen. Nach drei flauen Jahren mit einem Wirtschaftswachstum von im Durchschnitt 0,63 Prozent dürfte im Gesamtjahr 2004 eine vier vor dem Komma stehen. Dank der robusten Konjunktur in den USA blüht die Lohnveredelungsindustrie ("Maquiladora"). Dort sind nach den Einbußen der vergangenen Jahre wieder 200 000 neue Arbeitsplätze entstanden. Einige Firmen, die wegen der niedrigeren Lohnkosten nach China abgewandert waren, sind nach Mexiko zurückgekehrt, weil sie dort näher am US-Markt sind. Der boomende Tourismus und die Überweisungen der in den USA lebenden Mexikaner haben ihrerseits dazu beigetragen, die Devisenbilanz zu verbessern und den Peso zu stützen.

Auch die hohen Weltmarktpreise für Rohöl bescheren Mexiko zusätzliche Einnahmen. Die Regierung sieht aber die Gefahr, dass diese die Weltkonjunktur abbremsen, was sich wiederum negativ auf Mexikos Exportindustrie auswirken würde. Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Handelskammer (Camexa), Giselher Foeth, verweist außerdem darauf, dass mit den Ölpreisen die Kosten für die petrochemischen Produkte steigen, die Mexiko einführen muss, weil es sie im Lande nicht herstellen kann.

Ölland Mexiko Importiert Einen Teil Seines Benzins

Bisher muss das Ölland Mexiko einen Teil seines Benzins und viele petrochemische Vorprodukte importieren. Die Erweiterung der Kapazitäten wird von einer veralteten Gesetzgebung gebremst, die private Investitionen in diesem Sektor erschwert. Die von Präsident Vicente Fox geplanten Strukturreformen im Energiesektor sowie eine Steuerreform wurden von einer nationalistischen Opposition blockiert, die in beiden Kammer des Kongresses eine Mehrheit hat.

Gäbe es den Reformstau nicht, würde die mexikanische Wirtschaft noch viel kräftiger wachsen, meint Navarrete. Ähnlich sieht es Alejandro Garza von der Börsenfirma NSC Asesores. Beide glauben aber, dass sich der Kursaufschwung dieses Jahres, in dem das Scheitern der Reformpolitik schon berücksichtigt sei, noch bis in die Mitte des kommenden Jahres fortsetzen werde. Doch dann nähere sich das Wahljahr 2006. "Und dann gibt es viel politischen Lärm", glaubt Navarrete.

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