Mexx will Verkaufsflächen erweitern
Neue US-Mutter lässt Mexx kräftig wachsen

Mit einer finanzstarken Mutter im Rücken will der Modehersteller und-händler Mexx künftig schneller in Europa expandieren. Im laufenden Jahr hat die Modekette, die Kleidung für junge Kunden anbietet, europaweit 24 Läden eröffnet. 13 weitere sind bis Jahresende geplant. Der Engpass einer zügigen Expansion liege vor allem im mangelnden Angebot an Ladenlokalen in 1a-Lagen, sagte Martin Seitz, Geschäftsführer von Mexx Central Europe, dem Handelsblatt.

KORSCHENBROICH. Das niederländische Modeunternehmen wurde im vergangenen Mai von dem US-Kaufhauskonzern Liz Claiborne Inc. übernommen. Dessen im Ausland erzielter Umsatz stieg im vergangenen Jahr deshalb um 250 % auf 417 Mill. $. Das Betriebsergebnis des Claiborne-Konzerns legte um 9 % auf 332 Mill. $ zu. Zahlen für Mexx nennen die Amerikaner nicht, die Marge der neuen Filialtochter sei aber geringer als die des Mutterkonzerns.

Seitz will das Wachstumstempo der vergangenen fünf Jahre beibehalten und strebt auch für 2002 ein Umsatzplus von 20 bis 25 % an. Damit hebt sich Mexx vom Gros der deutschen Textilbranche ab. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz der Bekleidungsindustrie um 5,4 %, meldet das Statistische Bundesamt.

"Es ist ein großer Vorteil, dass Mexx jetzt einen finanziellen Rückhalt durch die neue Mutter hat", sagt Heijo Gassenmeier vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Vor zwei Jahren hatte Mexx noch geplant, das Kapital für die Expansion über einen Börsengang zu beschaffen.

Mexx will Verkaufsflächen erweitern

Bislang erzielt Mexx 71 % seines Umsatzes im Großhandelsgeschäft. Künftig soll das Geschäft mit dem Endkunden einen größeren Beitrag leisten. "Ich denke, dass wir mittelfristig 50 % erreichen können", sagt Seitz, der im kommenden Monat die alleinige Geschäftsführung übernehmen wird. "Wir verdienen sehr gutes Geld mit dem Einzelhandel."

Die Gruppe hat 220 eigene Geschäfte, in Deutschland sind es 23. Hinzu kommen hier zu Lande 200 so genannte Shop-in-Stores, die um ein Drittel aufgestockt werden sollen. Mitbewerber wie S.Oliver oder Street One besitzen in Deutschland deutlich mehr Läden. Insbesondere Esprit deckt das Bundesgebiet mit gut 70 eigenen Geschäften und 1 050 Vertriebspartnern stärker ab. Dennoch kennt jeder zweite Deutsche die Marke Mexx, wie die Frauenzeitschrift "Brigitte" in einer Studie zum Bekleidungsmarkt herausfand.

Experten bezweifeln, dass sich noch mehr Verkaufsflächen in Deutschland durchsetzen werden. "Wir haben bereits jetzt ein riesiges Überangebot an Flächen", sagt Gassenmeier vom BTE. Deshalb will Mexx verstärkt über Konzessionäre wachsen. Nach dem Konzept sollen etablierte Einzelhändler Mexx-Läden betreiben und ausschließlich Ware der Marke verkaufen. "Der Händler vor Ort kennt seine Klientel am besten", sagt Seitz. Neben dem Know-how stelle der Händler Ladenlokal und Personal zur Verfügung, Mexx trage das Risiko. "Wir bestimmen das Sortiment, nehmen bei Bedarf die Ware zurück und verkaufen sie über unsere Outlet-Center", erklärt Seitz. Verschiedene Hersteller arbeiten bereits mit Konzessionären zusammen. Der Handel stellt sich darauf ein: Der Münchener Einzelhändler Beck hat bereits eine Tochtergesellschaft gegründet, um das Geschäft zu managen.

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