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MG Technnologies will noch 2000/2001 in Gewinnzone zurückkehren

adx FRANKFURT. Trotz erheblicher Verluste im Großanlagenbau erwartete die MG Technologies AG für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) zweistellige Zuwächse beim Ergebnis vor Steuern. Dazu habe vor allem die gute Entwicklung in den Konzerngesellschaften GEA und die Dynamit Nobel beigetragen, sagte MG-Chef Kajo Neukirchen am Mittwoch in Frankfurt am Main. Die vorläufigen Geschäftszahlen will der Konzern am 21. November bekannt geben. Mit ihrem Großanlagenbau will MG bereits im laufenden Geschäftsjahr 2000/2001 in die Gewinnzone zurückkehren.

Die Verluste im Großanlagenbau summierten sich im ersten Halbjahr 2000 auf 85 bis 95 Mill. Euro plus einen "deutlich zweistelligen Millionenbetrags in Euro", der durch Manipulationen und Bilanzfälschungen bei der Tochter Stahlbau Plauen angefallen sei. Gegen die Verantwortlichen sei ein Strafantrag und eine Zivilklage erhoben worden. Den Restrukturierungsaufwand für den Großanlagenbau bezifferte Neukirchen auf 30 bis 40 Mill. Euro, hinzu komme der Verlust des ersten Halbjahres von 55 Mill. Euro. Der Verlust habe sich jedoch im zweiten Halbjahr nicht weiter erhöht, sagte Neukirchen. Das operative Geschäft habe sich stabilisiert.

Nach der Neuausrichtung sei der Großanlagenbau, der bislang unter dem Dach der Lurgi zusammengefasst war und jetzt ein Teilbereich der MG Engineering ist, nun wieder auf dem Weg in die Gewinnzone, sagte der für den Bereich engineering zuständige MG-Vorstand Fritz Lehnen. Er rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Auftragseingang von über 2 Mrd. Euro, nach 1,5 Mrd. Euro 1999/2000 und rund 1,9 Mrd. Euro 1998/1999. Die Investitionstätigkeit lege zu. Von einem zufriedenstellenden Niveau könne aber nicht die Rede sein. Derzeit kämpfe der Großanlagenbau mit einer Unterauslastung von rund 30 %. Für die Lurgi Oel Gas Chemie am Standort Frankfurt sei bis März 2001 Kurzarbeit vereinbart worden. Davon seien 250 Mitarbeiter betroffen.

Geschäftsbereiche Metallurgie und Stahlbau stehen zur Disposition

Im Zuge der Restrukturierung stünde ein weiterer "begrenzter Abbau von Arbeitsplätzen" von rund 200 Mitarbeitern beim Stahlbau Plauen und im Bereich Kesselanlagen, der abgestoßen werden soll, an, kündigte Lehnen an. 1 300 Stellen und damit 21 % sind bereits gestrichen. Derzeit sind im Großanlagenbau 4 900 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäftsbereiche Metallurgie und Stahlbau stünden weiter zur Disposition, jedoch bestehe kein Grund, übereilt zu handeln. Kooperationen und Akquisitionen zur Stärkung der Kerngeschäftsfelder würden angestrebt. "Einen Stillstand wird es im Engineering bestimmt nicht geben", sagte Lehnen.

Mit der Neustrukturierung gliederte MG den Großanlagenbau unter dem Dach der MG Engineering in drei Bereiche: die neuformierte Lurgi AG mit den Bereichen Life Science und Öl/Gas/Chemie und bislang noch Metallurgie, die Lurgi Lentjes AG mit ihren Umweltbereichen und bislang noch Kesselanlagen und Stahlbau sowie die Zimmer AG für die Bereiche Chemie, Faser und Polymere. Zweites Standbein der MG Technologies ist die Chemical Group, unter deren Dach die Dynamit Nobel AG sowie die Solvadis AG firmieren.

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