Archiv
MG Technologies sieht positive Entwicklung

Der Vorstandschef der MG Technologies, Kajo Neukirchen, hat die Kritik des Großaktionärs Otto Happel am Vorstand als Verleumdung zurückgewiesen und zugleich die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt.

rtr FRANKFURT. "Diese (Happels) Verleumdungen schaden dem ganzen Unternehmen", sagte Neukirchen am Freitag bei der Hauptversammlung in Frankfurt. Happel wirft Neukirchen unter anderem Vernichtung von Milliardenwerten und Bilanzkosmetik vor und hat für die HV Anträge angekündigt, den Jahresabschluss gesondert prüfen zu lassen und dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Neukirchen bekräftigte die Prognose einer Gewinnsteigerung für das laufende Geschäftsjahr und gab zwei Großaufträge von insgesamt 150 Mill. ? im Anlagenbau aus Polen und Indien bekannt. Der Kurs der MG-Aktie gab am Freitag leicht nach.

MG Technologies - Intraday-Chart

Happel war für eine Stellungnahme zu Neukirchens Vorwürfen zunächst nicht erreichbar, hat aber in der Vergangenheit ähnliche Vorwürfe der MG als unwahr zurückgewiesen und von "gezielten persönlichen Diffamierungen" gesprochen. Happel ist nach eigenen Angaben mit zehn Prozent an beteiligt. Er ist Sohn des Gründers des Bochumer Anlagenbauers GEA und war früher dessen Vorstand und Aufsichtsratschef. 1999 verkaufte er seine GEA-Mehrheitsanteile gegen Bargeld und 20 Mill. MG-Aktien. Die MG-Aktie hatte 2000 von etwa 22 ? zu Jahresbeginn an Wert verloren und notierten am Freitag bei 12,80 ?.

Neukirchen sagte bei der Hauptversammlung: "Erlauben Sie mir bitte auch, meine Verwunderung darüber auszudrücken, dass die zerstörerische Kritik von einem Aktionär kommt, der noch gestern der MG unter meiner Führung - in Kenntnis all unserer strategischen Pläne - vertrauensvoll sein eigenes Unternehmen übereignet hat, und heute plötzlich behauptet, die mg habe keine Zukunft, einen untauglichen Anführer und manipulierte Bilanzen." Diese Ansicht habe Happel erst vertreten, nachdem er seine Preisvorstellungen über den Rückkauf der GEA-Landtechnik bei der mg nicht habe durchsetzen können. Happel hat nach Informationen aus ihm nahe stehenden Kreisen die Unternehmensberatung PriceWaterhouseCooper mit einem Gutachten zum Vorwurf der Bilanzkosmetik beauftragt. Happel argumentiert, bei der GEA-Transaktion habe MG damals einen Vorsteuergewinn der mg- Tochter Lurgi von 300 Mill. DM 2001/02 in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr aber habe Lurgi 107 Mill. ? Verlust gemacht. Außerdem habe mg bei der Umstellung auf amerikanische Rechnungslegung fast alle Bewertungs-Spielräume genutzt, um die Geschäftslage bei mg zu beschönigen. Der Großaktionär Dresdner Bank hatte am Donnerstag seine Unterstützung für Neukirchen bezeugt und angekündigt, für die Entlastung des Vorstandes stimmen.

Zum Geschäftsverlauf sagte Neukirchen, der Trend der ersten fünf Monate bestätige die positive Entwicklung des ersten Quartals. "Trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten in den USA und inzwischen auch in den EU- Staaten gehen wir unverändert von einem Wachstum bei Umsatz und Ergebnis aus." Aus Polen habe der Großanlagen-Bereich einen Auftrag über 80 Mill. ? und aus Indien einen weiteren über 70 Mill. ? erhalten.

MG Technologies hatte 1999/2000 (zum 30. September) bei 8,8 (Vorjahr 7,5) Mrd. ? Umsatz ein Vorsteuerergebnis von 279 Mill. ? erwirtschaftet. Im Großanlagenbau, zu dem auch Lurgi gehört, fiel durch operative Verluste eine Umstrukturierung sowie Belastungen wegen eines Betrugsfalls im Stahlbau ein Verlust von 107 Mill. ? an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%