Michael Birkel, Vorstandschef von 12snap, über die „Müller-Partei“
„Bohlen ist nicht der Marketing-Messias“

Michael Birkel, Vorstandschef von 12snap, spricht im Interview mit dem Handelsblatt über die "Müller-Partei" und die Fähigkeiten von Dieter Bohlen und dessen Ex-Freundin.

Handelsblatt: Herr Birkel, Sie haben die Bohlen-Kampagne für Müller-Milch mitentwickelt. Haben Sie mit einem solch medienwirksamen Spektakel gerechnet?

Michael Birkel: Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Wir freuen uns über die Resonanz, weil sie dem Thema "Mobiles Marketing" weiteren Auftrieb gibt. Jeder Marketing-Manager muss sich jetzt fragen, ob er an der Gattung noch vorbei kommt. Mobiles Marketing wird Mainstream.

Allerdings gab es nicht nur positive Reaktionen. Die Ex-Freundin von Bohlen hat gegen Müller geklagt. Politiker haben sich über die Mitmach-Partei aufgeregt. Schadet das nicht eher der Aktion?

Das glaube ich nicht. Wenn der Bundestagspräsident in der Sommerpause über so ein Thema herzieht, tut es der Verbraucher eher als Engstirnigkeit der Politiker ab. Und über Nadjas Klage schmunzeln die Leute. Ich möchte jedoch klarstellen: Idee und Werbefigur stammen von Müller, wir sind erst in Bezug auf die Umsetzung ins Spiel gekommen. Bohlen ist also nicht der Marketing-Messias, sondern Müllers Werbefigur.

Müller hat innerhalb von drei Wochen 30 000 Partei-Mitglieder gewonnen. Messen Sie daran den Erfolg der Kampagne?

Ja, auch. Es gibt drei Möglichkeiten, das Ergebnis von Kampagnen zu bewerten. Man kann die Aufmerksamkeit erhöhen, die Abverkäufe steigern oder die Kundenbindung stärken. Bei Müller stand besonders die Interaktion mit der Zielgruppe im Vordergrund. Um mitzumachen, müssen Kunden ein Codewort einschicken und erhalten dann mobile Grußkarten, Klingeltöne oder Logos auf ihr Handy. Die Weiterleitungsraten zeigen, dass diese Art der Werbung ankommt. Viele Kunden schicken die Klingeltöne an ihre Freunde - und zahlen dafür sogar noch eine weitere SMS. Wo in der Werbung finden Sie so etwas sonst?

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