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Michael Schumacher: 17 Siege sind möglich

Hockenheim (dpa) - Nach der Spazierfahrt beim Heimrennen gönnt Michael Schumacher sich und seinen frustrierten Gegnern erst einmal eine Verschnaufpause. Das Konditionswunder nutzt die kurzen Ferien der Formel 1 zu einem Familienurlaub.

Hockenheim (dpa) - Nach der Spazierfahrt beim Heimrennen gönnt Michael Schumacher sich und seinen frustrierten Gegnern erst einmal eine Verschnaufpause. Das Konditionswunder nutzt die kurzen Ferien der Formel 1 zu einem Familienurlaub.

«Ich freue mich auf die Pause, obwohl sie nicht dringend nötig ist. Es macht gerade so viel Spaß, es könnte so weiter gehen», sagte Schumacher. «Aber die Familie freut sich auf mich und ich mich auf sie.» Vor der Abreise kündigte der Seriensieger seinen Konkurrenten an, dass er seine Solofahrten nach der Sommerpause Mitte August beim Großen Preis von Ungarn fortzusetzen gedenke: «Ich glaube, 17 Siege sind möglich.»

Elf Saisonerfolge - und damit die Einstellung seines Weltrekords aus dem Traumjahr 2002 - machte Schumacher schon in Hockenheim perfekt. Jetzt will er auch noch die sechs ausstehenden Rennen für sich entscheiden und damit eine Bestmarke aufstellen. Die beiden Star-Piloten Alain Prost und Ayrton Senna schafften es 1988 nur gemeinsam, 15 von 16 Grand Prix - und damit bis auf einen alle - zu gewinnen.

Angesichts der erdrückenden Dominanz von Schumacher und Ferrari scheint das «Weltwunder», als Solist bei 17 von 18 Saisonläufen zu siegen, durchaus im Bereich des Möglichen. Voller Hochachtung klassifizierte die italienische «Gazzetta dello Sport» den Kerpener als «Koloss». «Ein großer Fahrer, ein konkurrenzfähiges Auto, ein zuverlässiger Motor, schnelle und konsistente Reifen und ein erstklassiges Team: Das sind die Zutaten für einen Sieg», beschrieb Ferrari-Teamchef Jean Todt das Erfolgsrezept der Scuderia.

Bereits Ende August kann Schumacher in Belgien seinen siebten WM-Titel perfekt machen. In den beiden Rennen in Budapest und Spa-Francorchamps benötigt der Spitzenreiter (110 Punkte) dafür zusammen nur noch vier Punkte mehr als Teamkollege Rubens Barrichello (74). Bei zwei weiteren Siegen wäre er auf jeden Fall Champion. Indes sind dies müßige Hochrechnungen, da ihm der eh weit zurückliegende Brasilianer auf Grund der Team internen Hierarchie nicht gefährlich werden kann. Der hoffnungslos abgeschlagene Gesamtdritte Jenson Button (61) hat nur noch minimale WM-Chancen. Wenn Schumacher am 15. August nur einen Punkt mehr als der Brite holt, ist dieser als letzter Nicht-Ferraristi definitiv aus dem Titelrennen.

Schumacher kann das Ganze gemütlich auf sich zukommen lassen. Er verabschiedete sich entspannt für gut zwei Wochen. Laut Manager Willi Weber «erholt sich Michael jetzt mit seiner Familie in seinem Haus in Südfrankreich, bis es wieder los geht». Dabei scheint Schumacher eine Erholungsphase gar nicht zu benötigen. Trotz des Mammutprogramms mit sieben Grand Prix innerhalb von neun Wochen und Flügen nach Nordamerika wirkte der Weltmeister keinesfalls müde, geschweige denn urlaubsreif.

Im Gegenteil: Mit einem neuen Spezialsprung auf dem Podium demonstrierte Schumacher nach seinem Triumph beim Großen Preis von Deutschland seine übergroße Freude und Fitness. Der gewaltige Satz war eine spezielle Geste an Tochter Gina-Maria, die ihm vor dem Start mitgeteilt hatte, sie werde ihm vor dem Fernsehschirm besonders die Daumen drücken, und an Sohn Nick. Die beiden Kinder spielen ansonsten häufig lieber, als die Solofahrten des Papas vor dem Bildschirm zu verfolgen. Den Hüpfer machte Schumacher zuvor nur beim gemeinsamen Trampolinspringen im heimischen Garten im Schweizer Wohnort Vufflens.

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