Michael Schumacher, Birgit Fischer und die Hockey-Nationalspielerinnen gewinnen die Sportler-Wahl
Die Besten des Jahres 2004

Michael Schumacher, Birgit Fischer und die Hockey-Nationalspielerinnen gewinnen die Sportler-Wahl.

BERLIN. Seine Internetseite verkündet es: "Michael liebt es traditionell." Formel-1-Rennen pflegt Michael Schumacher traditionellerweise als Erster zu beenden, und die Weihnachtszeit verbringt er auch in diesem Jahr am liebsten in seinem Ferienhaus in Norwegen. Das heißt aber auch, dass er der Tradition treu blieb, nicht zur Journalisten-Wahl zum "Sportler des Jahres" in Baden-Baden zu erscheinen, obwohl er selbst ausgezeichnet wurde.

Es ist erst das zweite Mal nach 1995, dass Michael Schumacher auf diese Weise geehrt wird. Wahrscheinlich liegt es daran, dass das Erringen des Weltmeistertitels inzwischen ebenfalls mehr als eine Art Ritual denn als sportliche Leistung angesehen wird. Da brauchte es schon eine ganz besondere Saison, um Schumachers sensationelle Erfolge wieder ins Bewusstsein zu rücken. Nie hat ein Fahrer die Formel 1 derart dominiert wie der 35-jährige Ferrari-Pilot in diesem Jahr. Schumacher gewann 13 der 18 Saisonrennen, holte den fünften Titel in Folge, seinen siebten insgesamt. Bereits vier Rennen vor Saisonende stand seine Titelverteidigung fest. Selbst dem Protagonisten fehlten die Worte: "Ich kann nur noch den Kopf schütteln." Mindestens zwei Jahre wird er noch fahren - und auch das Jahr 2005 wird für Schumacher wohl nicht ohne lieb gewonnen Rituale - sprich Siege - verlaufen.

Siege gewohnt ist auch Birgit Fischer. 27 WM-Titel und sieben Olympiasiege hatte sie errungen, als sie sich zum Comeback entschloss. Sie hätte sich das nicht antun müssen. Ihr Leben hätte auch so erfüllt sein können, denn sie hat einen Kanu-Verleih, ein Haus, zwei Kinder, und sie war die erfolgreichste deutsche Olympia-Teilnehmerin. Und vor allem: Sie ist 42 Jahre alt.

Aber Birgit Fischer wollte dieses mühsame Training. Sie hält wenig von der Spaßgeneration. "Ich trete nicht an, um Zweite zu werden", sagt sie. Ein Satz wie in Stein gemeißelt. Sie hat ihn verinnerlicht. Deshalb hat Birgit Fischer aus Brandenburg/Havel einen der spektakulärsten Auftritte dieses Sportjahres geboten. Gold bei den Olympischen Spielen im Kanu-Vierer, Gold nach dreieinhalb Jahren Pause, Gold nach nur sechs Monaten Training. Gold nach einem furiosen Endspurt, im Ziel ein paar Zentimeter vor Ungarn. Katrin Wagner, eine aus dem Quartett, sagte: "Ohne Birgit hätten wir nur Silber gewonnen." Wagner ist fünfmalige Weltmeisterin und 15 Jahre jünger als Fischer. Im Zweier gewann Fischer dann noch Silber, nun ist sie auch noch Sportlerin des Jahres.

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