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Michael Schumacher: Wiedergutmachung am Ring

Monte Carlo (dpa) - Michael Schumacher war stinksauer nach dem Unfall mit Montoya und freut sich auf eine schnelle Revanche.

Monte Carlo (dpa) - Michael Schumacher war stinksauer nach dem Unfall mit Montoya und freut sich auf eine schnelle Revanche.

«Das Gute ist, dass das Rennen am Nürburgring bereits am nächsten Sonntag stattfindet. Da muss ich nach diesem schlechten Erlebnis nicht zwei Wochen warten und kann gleich versuchen, das wettzumachen», sagte der sechsmalige Formel-1-Weltmeister nach dem Klassiker in Monte Carlo.

Die Konkurrenz dagegen sieht nach Schumachers erstem Ausfall seit 18 Grand Prix's wieder Licht am Ende des Tunnels. «Ich wünsche mir selbst und der Formel 1, dass wir in Zukunft verschiedene Sieger haben, denn sonst wird es langweilig. Ich hoffe, dass wir die Ferrari-Dominanz ein bisschen aufhalten können», sagte Monaco-Triumphator Jarno Trulli.

Nach dem Unfall ging der geschlagene Schumacher auf Tauchstation. In der Ferrari-Box knallte er voller Wut den Helm in die Ecke. Wenn sein Widersacher Montoya da in Reichweite gewesen wäre, hätte es wahrscheinlich auch abseits der Strecke gekracht. Drei Stunden lang brauchte der frustrierte Deutsche, bis er sich einigermaßen beruhigt hatte und bereit war, Auskunft zu geben. Die Entscheidung der Rennkommissare, den Zusammenstoß als normalen Rennunfall zu werten, akzeptiere er. «Ich will Montoya keine böse Absicht unterstellen, aber das war schon ein bisschen dumm von ihm», sagte der 35-Jährige.

«Für den Sport ist das gut. Es hilft, wenn es unterschiedliche Gewinner gibt», fand der zweitplatzierte BAR-Honda-Fahrer Jenson Button. «Nun, ein anderer Sieger, ebenfalls im roten Auto, das wäre schöner gewesen», sagte Schumachers Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello. Sein Teamleader Schumacher dagegen grollte: «Der Führende ist von einem Überrundeten über den Haufen gefahren worden. Das sagt doch alles.»

«Die ersehnte Abwechslung im Formel-1-Eintopf», begrüßte die «Neue Zürcher Zeitung» das Ende von Schumachers Siegesserie. Die französische «Libération» kommentierte: «Ein solches Szenario hätte eine kleine Belohnung beim Filmfestival in Cannes verdient gehabt.» Und der Wiener «Kurier» traf mit seiner Überschrift «Danke, Herr Trulli» die Stimmungslage des gesamten Nicht-Schumacher-Lagers.

Montoya lief zwar mit breitem Grinsen durchs Fahrerlager, doch Öl ins Feuer schütten wollte er nicht. «Michael hat gebremst, ich musste ausweichen, aber da war letztlich nicht genug Platz. So haben wir uns berührt», schilderte der Kolumbianer jene Szene, die den fünfmaligen Saison-Sieger Schumacher auf seiner Jagd nach dem Start- und Monaco- Rekord ausbremste. Schumacher dazu süß-sauer: «Ich verstehe, dass Montoya kein Problem mit mir hat.»

Von einem Versöhnungsgespräch mit seinem Erzrivalen, mit dem er zuletzt vor vier Wochen beim Großen Preis von San Marino zusammengerasselt war, will der Kerpener nichts wissen. «Ich habe mich nach Imola nicht wirklich mit ihm über irgendetwas unterhalten. Ich glaube auch nicht, dass ich mich jetzt mit ihm über irgendetwas unterhalten muss», sagt er.

Neuer Zoff droht also beim siebten Saisonrennen auf dem Nürburgring. Bis zum erneuten Aufeinandertreffen in der Eifel spannt der noch immer souveräne WM-Spitzenreiter drei Tage lang mit der Familie aus. «Ich hoffe, auf dem Nürburgring läuft es besser. Wir müssen jetzt unsere Stärken nutzen und wieder umsetzen», sagte Schumacher.

Von Grand-Prix-Erfolgen sind Williams-BMW und McLaren-Mercedes momentan meilenweit entfernt. Silber ist nach dem Doppel-Ausfall in Monte Carlo sogar hinter das Schweizer Privatteam Sauber zurückgefallen. Trotz Rang vier von Montoya wird auch das zweite britisch-deutsche Team den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Nun steht eine teaminterne Umstrukturierung an: Williams-Technikchef Patrick Head will weniger tun. «Aber ich werde nicht nur segeln gehen», sagte der Brite.

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