Michael Schumacher wird Sechster in der Quali
Montoya fährt in Hockenheim auf die Pole

Michael Schumacher steht beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring in der dritten Startreihe. Der Formel-1-Weltmeister erzielte am Samstag in der Qualifikation auf dem 4,574 km langen Kurs die sechstbeste Zeit.

HB/dpa HOCKENHEIM. Michael Schumacher hat in der Formel-1-Sauna von Hockenheim wieder eine Niederlage erlitten, doch mit einem kalkulierten Reifen-Poker will der Weltmeister beim Großen Preis von Deutschland die weiß-blaue Konkurrenz im Heimrennen übertrumpfen. "Ich hoffe, dass sich das Blatt im Rennen zu unseren Gunsten wendet", sagte der Titelverteidiger am Samstag nach der Qualifikation, die Schumacher in glühender Hitze nur Platz sechs einbrachte. Der Ferrari - Star startet aus der dritten Reihe, während die BMW-Williams bereits zum dritten Mal in der Saison gleich doppelt vorn stehen.

Michael Schumacher hatte nicht nur gegen die Michelin-bereiften Autos von Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher keine Chance, er wurde auch noch deutlich um 0,410 Sekunden von seinem eigenen Teamkollegen Rubens Barrichello abgehängt. Aber der Kerpener wählte eine andere Reifenmischung als der Brasilianer und glaubt daher weiter an seine Siegchance: "Ich habe verschiedene Zeiten gesehen, die uns optimistisch sein lassen können. Ob es so sein wird, ist die große Frage." Schumacher hofft, dass seine Bridgestone-Reifen wie von Ferrari-Technikchef Ross Brawn prognostiziert über die Renndistanz überlegen sind. Im Einzelzeitfahren hingegen waren die Kräfteverhältnisse klar: Unter den ersten elf waren die beiden Ferrari die einzigen ohne Michelin-Reifen.

Erstmals seit September 2002 (Monza) eroberte der Kolumbianer Montoya die Pole-Position. Auf dem 4,574 km langen Kurs war er in 1:15,167 Minuten Schnellster vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher, der nur 0,018 Rückstand aufwies. "Ich bin sehr zufrieden, zu Hause in der ersten Reihe zu stehen", sagte der Kerpener. Sein Bruder fand: "Schade, dass Ralf die Pole so knapp verpasst hat." BMW - Motorsportdirektor Gerhard Berger resümierte zufrieden: "Das ist das beste Trainingsergebnis, das man sich für einen Heim-Grand-Prix wünschen kann. Ein perfektes Training, eine ideale Ausgangsposition. Wir werden ein Wörtchen um den Sieg mitreden." Allgemein werden den Michelin-Pneus bei hohen Temperaturen Vorteile nachgesagt. "Die Hitze ist gut für uns fürs Rennen", so Ralf Schumacher.

Es war so heiß, dass sich beispielsweise Kimi Räikkönen vor dem Start des Einzelzeitfahrens Kaltluft in den Rennoverall blies und sich immer wieder den Schweiß aus dem Gesicht wischte. Der finnische WM-Verfolger erreichte vor Michael Schumacher den 5. Platz und rangierte damit hinter Barrichello und Jarno Trulli. "Immerhin steht Kimi vor WM-Leader Michael Schumacher. Das im Rennen zu halten, muss unser Ziel sein", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Die beiden Mönchengladbacher Formel-1-Piloten rangierten im hinteren Drittel des Starterfeldes. Heinz-Harald Frentzen kam auf den 14., sein Sauber-Teamkollege Nick Heidfeld auf den 15. Platz. "Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem Ergebnis. Im Vergleich zu gestern ist mir eine gute Runde ohne Fehler gelungen", meinte Frentzen.

Vor dem fünftletzten Rennen der Saison ist die WM so spannend wie lange nicht mehr. Michael Schumacher, der im Vorjahr bereits als Weltmeister nach Hockenheim gereist war, führt mit insgesamt 69 Punkten und sieben Zählern Vorsprung vor Räikkönen (62) sowie dem Williams-Duo Montoya (55) und Ralf Schumacher (53). Der fünfmalige Champion hat sogar einen prominenten Anhänger in den Reihen der Konkurrenz. "Ich bin ein Fan von Michael Schumacher", sagte Gerhard Berger der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe): "Ich wünsche mir, dass er ein sechstes Mal Weltmeister wird." Jemand, der so perfekt, mit einem solch enormen Ehrgeiz über so viele Jahre hinweg so erfolgreich arbeite, habe es verdient, Juan Manuel Fangio zu übertreffen.

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