Michael Skibbe ist seinen Job auch loß.
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Bis zuletzt hat Trainer Skibbe die Leistungsfähigkeit des deutschen Teams gepriesen - jetzt muss auch er sein Leben neu ordnen.
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ALMANCIL. Michael Skibbe landet in einem Karton. Da liegt er nun, der Chefoptimist der deutschen Fußball-Nationalmannschaft - die Stirn bedeutungsvoll in Falten gelegt, die Haare sorgsam gekämmt, die Lippen zu einem Lächeln gekrümmt. Nur sagen kann er nichts mehr. Stumm lugt Skibbes Konterfei von der aufgeschlagenen Seite 91 des DFB-Journals. Es ist eine Reklame-Seite, auf der Skibbe für die Deutsche Vermögensberatung wirbt, den Partner für große Ziele. Kopf hoch, möchte man Skibbe hinterherrufen, als er gerade weggetragen wird.

Während die Restposten des Deutschen Fußball-Bundes aus dem unterirdischen Medienzentrum in Almancil von einem portugiesischen Aufräumkommando in große Behälter verladen werden, muss Michael Skibbe in der Heimat sein Leben neu sortieren. Auch wenn sich die ganze Aufmerksamkeit auf Rudi Völler richtete: Nach Völlers Rücktritt vom Posten des Teamchefs ist nun auch der 38-jährige Bundestrainer seinen Posten los.

Was macht jemand wie Skibbe jetzt? Sollte er vielleicht bei seinem Werbepartner anklopfen? Im professionellen Verkaufen einer eigentlich schlechten Ware hat es Michael Skibbe zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Drei Wochen lang quasselte der Mann aus Gelsenkirchen von den "großen Qualitäten im Team" und der "absolut internationalen Wettbewerbsfähigkeit". Das führte bei Völlers Assistent zu der "felsenfesten Überzeugung", das jeweils anstehende Spiel zu gewinnen. Dass dies der deutschen Mannschaft bei dieser Europameisterschaft nicht einmal gelungen ist, hatte Skibbe stets ausgeblendet.

"Ist er der Fehler-Flüsterer?", witzelte vor wenigen Tagen die "Bild"-Zeitung. Zu sehen war ein Foto, auf dem Skibbe hinter seinem Chef steht und ihm etwas sagt. War es die falsche Aufstellung im Spiel gegen Lettland oder doch eine falsche Einwechslung? "Wir besprechen seit vier Jahren alles gemeinsam", hatte Skibbe anderntags geantwortet. Aufstellungen und Einwechslungen seien "gemeinsame Beschlusssache".

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