Michaela Dorfmeister gewinnt vor zwei US-Girls: Herbe Enttäuschung für die „wilde Hilde"

Michaela Dorfmeister gewinnt vor zwei US-Girls
Herbe Enttäuschung für die „wilde Hilde"

Heftige Windböen haben Hilde Gergs Traum vom Gold bei ihrer vielleicht letzten alpinen Ski-Weltmeisterschaft fort geblasen. Zum Damen-Auftakt der Titelkämpfe in St. Moritz blieb die große deutsche Medaillenhoffnung am Montag im Super-G weit hinter ihren Möglichkeiten und kam nur auf einen enttäuschenden 20. Platz. In 1:29,34 Minuten hatte die Lenggrieserin 1,86 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Michaela Dorfmeister aus Österreich.

HB/dpa ST. MORITZ. "Es war nicht der Ski, es war nicht der Schnee. Man kann sich schon ausrechnen, dass der Wind ganz schön geblasen hat", sagte die 27- Jährige, die sich nur acht Wochen nach ihrem Kreuzbandriss berechtigte Hoffnungen auf ihre vierte WM-Medaille gemacht hatte.

Das Ergebnis bei der ersten WM-Entscheidung der Damen stellte den Saisonverlauf auf den Kopf. Keine der vier Weltcupsiegerin schaffte den Sprung auf das Siegerpodest. Dagegen hatten im Weltcup bis zum Saisonhöhepunkt weder Michaela Dorfmeister noch Kirsten Clark (1:27,50) und Joanna Mendes (1:27,63) einen Platz unter den ersten Drei geschafft. Die beiden US-Amerikanerinnen holten sich völlig überraschenden die Silber- bzw. Bronzemedaille und schrieben somit die Erfolgsgeschichte von Rennläuferinnen aus Nordamerika bei Weltmeisterschaften fort.

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", jubelte Dorfmeister. Die 29 Jahre alte Gesamt-Weltcupsiegerin des Vorjahres feierte nach ihrem Abfahrtssieg 2001 ihr zweites WM-Gold. Nach zwei Wettbewerben haben in St. Moritz bislang nur Athleten aus Österreich und den USA Medaillen gewonnen.

Das Endergebnis des Super-G in der Übersicht

Für den Deutschen Skiverband begann die WM mit einer großen Pleite, denn auch die anderen drei Starterinnen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Martina Ertl (Lenggries) konnte sich in 1:28,58 als 11. nicht wie erhofft zumindest unter den Top Ten platzieren. Regina Häusl aus Schneizlreuth zeigte einen völlig verpatzten Lauf und landete in 1:31,56 als 29. abgeschlagen im Feld der 40 Starterinnen. Nesthäkchen Maria Riesch (Partenkirchen) fuhr bei ihrem ersten WM-Auftritt nach gut 30 Sekunden an einem Tor vorbei. Noch vor dem Start hatte Cheftrainer Wolfgang Maier die gute Form seines Quartetts gelobt.

Obwohl der Auftakt alles andere als optimal verlief, zeigte sich Hilde Gerg als faire Verliererin. "Als irregulär würde ich das Rennen nicht beschreiben. So ist nun mal der Sport. Die drei haben es verdient", sagte sie. Auch die anderen Medaillenfavoritinnen hatten kein Glück mit dem Wind. Als beste der bisherigen Saisonsiegerinnen fuhr Renate Götschl auf Platz acht. "Schade, das waren heute keine fairen Bedingungen. Oben habe ich fast gestanden", sagte die Österreicherin. Noch ärger erwischte es die Italienerin Karen Putzer, die nur 24. wurde.

Wie schon bei den Winterspielen 2002 konnte Hilde Gerg beim Saisonhöhepunkt ihre gute Form nicht bestätigen. "Die Gefühlslage ist völlig anders als bei Olympia. Da war ich selber schuld", sah sie doch keine Parallelen zu den Tränen von Salt Lake City.

Erstaunlich schnell hatte sich die zweimalige Saisonsiegerin von ihrem Kreuzbandriss Anfang Dezember erholt und mit ihrem dritten Platz bei der Generalprobe von Cortina d'Ampezzo im deutschen Team für große Hoffnungen auf die mögliche 100. WM-Medaille gesorgt. "Jetzt konzentriere ich mich auf die Abfahrt und fertig", zeigte sich die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 gleich nach dem Rennen wieder kämpferisch.

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