Micheal Schumacher vor neuen Rekorden
Teamchef Todt führte Ferrari aus dem Tal der Tränen

Statt über die neuen Rekorde spricht Michael Schumacher vor dem Heimrennen auf dem Nürburgring lieber über Jubilar Jean Todt.

HB/dpa NÜRBURGRING. Seinen Teamchef, der an diesem Wochenende sein "Zehnjähriges" in Ferrari-Diensten feiert, lobte der fünfmalige Weltmeister vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) in den höchsten Tönen: "Er hat die richtigen Leute geholt und für Stabilität gesorgt. Es ist offensichtlich, was er erreicht hat. Er hat Außerordentliches geleistet."

Zweifelsohne hat Todt mit der Verpflichtung von Schumacher ("Michael ist einzigartig") vor sieben Jahren den Grundstein für alle Erfolge gelegt. "Jean Todt hat nur einen riesigen Fehler gemacht: Beim ersten Treffen ist er mit einem Mercedes bei mir vorgefahren", würdigte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. In der "Gazzetta dello Sport" schrieb der Chef am Freitag sogar eine Kolumne zu Ehren seines Teamchefs: "Kompliment und danke, für alles, was er für uns getan hat und vor allem noch tun wird."

Todt, der genau wie Schumacher und die anderen "Eckpfeiler" des Teams bis 2006 bleibt, ist noch immer hoch motiviert. "Weil wir immer noch große Lust haben zu kämpfen. Nicht für Geld, Geld haben wir alle genug", sagte er. Zum Jubiläum verriet der kleine Franzose sein großes Erfolgsgeheimnis: "Ich bin ein harter Arbeiter. Ich verlange von mir selbst und von meinen Mitarbeitern das Maximum."

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte Todt genau wie Michael Schumacher den Italienern empfohlen. "Ich werde niemals aufhören, Bernie dafür zu danken. Er hat mir ein außergewöhnliches Geschenk damit gemacht", so Todt. Auch der Franzose Alain Prost, der in der Punktwertung der Formel 1 mit 798 Zählern Platz 2 hinter Schumacher (999) einnimmt, ist nicht ganz unschuldig am Einstieg seines Landsmanns beim einstigen Chaos-Rennstall: "Prost sagte mir damals, es ist unmöglich Ferrari, wieder nach oben zu bringen. Dies hat mich überzeugt."

Todt zahlte zwar Lehrgeld, doch er gab niemals auf. "Als ich mit Michael zusammen in Suzuka 2000 auf dem Siegerpodest stand - das war mein größter Glücksmoment. Da habe ich ihm gesagt: "Jetzt wird nichts mehr so sein wie früher', und ich hatte recht", erinnerte sich der Franzose an Schumachers ersten der drei WM-Titel in Rot. Insgesamt sieben Weltmeisterschaften (Fahrer- und Teamwertung) sowie 60 Rennen hat Todt in den zehn Ferrari-Jahren mit sieben Fahrern gewonnen. Schumacher, der in 13 Formel-1-Jahren 68 Grand-Prix-Erfolge einfuhr, hat daran den Löwenanteil. Auf dem Nürburgring kann der 34 Jahre alte Kerpener bereits seinen 50. Sieg für die "Roten" sammeln.

Trotzdem verbindet den Teamchef und seinen Vorzeigefahrer nicht nur der Erfolg. "Wir haben", so Todt, "soviel zusammen gelitten. Das hat unsere Beziehung gefestigt." Vor dem Rennen in der Eifel hat der schnellste Weltmeister der Geschichte seinem Team eine Party auf seiner Kartbahn in Kerpen-Sindorf spendiert: "All die Ingenieure, Mechaniker und Köche - sie alle geben das ganze Jahr soviel für mich, da finde ich es nur normal zu versuchen, etwas zurückzugeben."

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