Micron und Motorola belasten
Neuer Markt unter 1 200 Punkten

Der Neue Markt hat sich am Mittag nach einem schwachen Start noch tiefer ins Minus gegraben. Die 1 200-Punkte-Marke im Nemax 50 fiel schon am Mittwochvormittag.

dpa-afx FRANKFURT. Der Index verlor am Mittag zwei Prozent auf 1 197,80 Zähler, der All Share büßte 1,80 % ein und lag bei 1 134,68 Punkten. Drei Nachrichten lasteten auf der Stimmung.

Der US-Chiphersteller Micron Technology hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen höheren Verlust erwirtschaftet als erwartet. Stand im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 0,59 US-Dollar in der Bilanz, verdarb jetzt ein Minus von 0,44 US-Dollar die Stimmung für Technologiewerte. Die unerwartet schlechte Nachricht ließ die Futures für die US-Börsen ins Minus rauschen, doch damit nicht genug: Der amerikanische Handy- und Halbleiterkonzern Motorola kündigte für das kommende Jahr einen Umsatzrückgang von 5 bis 10 % an.

Zudem verstärkte das ifo Institut die Negativstimmung mit einer pessimistischen Konjunkturprognose. Die Wirtschaftsexperten rechnen nach eigenen Angaben damit, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nur noch um 0,6 % wächst. Zwar werde die Konjunktur ab dem zweiten Quartal allmählich Fahrt aufnehmen. Die Erholung komme jedoch zu spät, um das Jahreswachstum über 0,6 % zu heben.

Biodata bricht ein

Nahezu alle Titel des Nemax 50 sahen rot und verloren an Wert - allen voran Biodata. Die Aktie brach um 25 % auf 0,30 Euro ein, weil der Hersteller von Sicherheits-Software mit seinen Neunmonatszahlen enttäuscht hatte. Einem Verlust von satten 70 Mill. Euro standen Umsatzerlöse von 3,95 Mill. nach Wertberichtigungen gegenüber. Schon am Dienstag waren Biodata uum 14,89 % auf 40 Cent abgerutscht.

Auch bei Kinowelt scheinen die letzten Optimisten auszusteigen: Die Anteilsscheine des Medienunternehmens rutschten um 18,92 % auf 0,30 Cent ab. Kinowelt hatte die die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.

CPU unter Druck

CPU Software brachen um 20,14 % auf 1,11 Euro ein. Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen einen ehemaligen Vorstand des Softwareunternehmens sowie fünf weitere Beschuldigte wegen Insiderhandel. Darunter sei auch ein ehemaliger Analyst der Bayerischen Landesbank. Am Dienstag sei bei Durchsuchungen von bundesweit 26 Häusern umfangreiches Beweismaterial sicher gestellt worden.

Die Steag Hamatech AG, ein Hersteller von Maschinen zur CD- und DVD-Produktion, muss bei der US-Tochter Vermögenswerte berichtigen. Die Folge: im vierten Quartal sind dafür 40 Millionen Euro aufzuwenden. Das operative Ergebnis im vierten Jahresviertel und die Ziele für 2002 blieben davon unberührt. Steag verloren 6,25 % und kosteten am Mittag 7,50 Euro.

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