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Microsoft-Aktien weiter unter Druck

Der Kurs der Microsoft-Aktie ist am Freitag an der Wall Street in Reaktion auf die Gewinnwarnung des US-Softwarekonzerns um über 11 % gefallen. Die Microsoft-Aktie schloss mit 49-3/16 $ nach 55-1/2 $ am Vortag.

Reuters NEW YORK. Der US-Softwarekonzern hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Gewinn- und Umsatzerwartung wie mehrere andere US-Technologieunternehmen zuvor zurückschraubt. Als Grund dafür hatte Microsoft die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sowie niedrigere Ausgaben der Konsumenten und Unternehmen genannt. Die Investmentbank Goldman Sachs senkte zudem die Gewinnprognose für das Unternehmen am Freitagmittag.

Die Gewinnwarnung von Microsoft zog am Freitag die Aktienmärkte weltweit in Mitleidenschaft. Vor allem Technologieaktien gaben deutlich nach.

Microsoft teilte mit, der Konzern erwarte im Quartal zum 31. Dezember 2000 einen Umsatz von 6,4 bis 6,5 Mrd. $ und einen Gewinn je Aktie von 0,46 bis 0,47 $. Diese Erwartung liegt um fünf bis sechs Prozent unter der vorherigen Prognose des Unternehmens. Für das Geschäftsjahr zum 30. Juni 2001 rechnet Microsoft nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 25,2 bis 25,4 Mrd. $ und einem Gewinn von 1,80 bis 1,82 $ je Aktie. Auch diese Prognose liegt um 5 % unter der vorherigen Vorhersage von Microsoft. Analysten hatten den Gewinn je Aktie im zweiten Quartal mit 49 Cents und im Gesamtjahr 2000/2001 mit 1,91 $ prognostiziert.

Microsoft-Finanzchef John Connors sagte: "Wir glauben wie die anderen Technologieunternehmen, dass die derzeitige Schwäche der Weltwirtschaft zu einer Verlangsamung der PC-Verkäufe, der Ausgaben der Unternehmen für Informationstechnologie und Werbung führt. Dementsprechend passen wir unsere Gewinn- und Umsatzerwartungen für das zweite Quartal und das gesamte Geschäftsjahr an".

Experten zufolge belastet die Gewinnwarnung die Stimmung auf den internationalen Aktienmärkten besonders. Erstmals seit über zehn Jahres verfehle Microsoft seine Ziele, sagte Barry Hyman, Chef-Investmentstratege bei Weatherly Securities. Die Hiobs-Botschaft treffe dabei auf ein bereits geschwächtes Marktumfeld. Überall gaben die Kurse nach, wobei die Technologiewerte die größten Verluste verzeichneten. Unter den deutschen Standardwerten büßten SAP 10,14 % auf 155 Euro und Infineon 8,72 % auf 43,05 Euro ein. An der Wall Street verbilligten sich unter anderem Intel um 7,65 % auf 32-7/16 $ und Cisco Systems um 5,43 % auf 48-1/4 $.

Am Freitag hat die Investmentbank Goldman Sachs ihre Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr von ursprünglich 1,88 auf 1,80 $ je Aktie heruntergeschraubt. Die Einstufung als "Market Outperformer" blieb bestehen. Weitere Details wurden nicht genannt.

Vor Microsoft hatten bereits mehrere Technologieunternehmen Gewinnwarnungen ausgegeben. Dazu gehören die PC-Hersteller Compaq, Gateway, Apple und Hewlett Packard - sowie die führenden Chiphersteller Intel und AMD.

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