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Microsoft belastet Wall Street

Microsoft verdirbt den US-Anlegern am Morgen den "happy friday". Der weltgrößte Software-Konzern konnte im vierten Quartal die nach unten revidierten Umsatz- und Gewinnschätzungen der Wall Street nicht einhalten und reduziert die Quartalsprognosen für das laufende Quartal. Enttäuschende Geschäftsdaten von Commerce One, Gateway und Clarent belasten die US-Märkte zudem.

Alle drei Unternehmen haben einen größeren Verlust gemeldet als erwartet. Zum Ausgleich sorgt Sun Microsystems und Ebay für Wochenendvorfreude. Die US-Futures deuten auf einen leichten Handelsstart. Der S&P 500 Future notiert fast zehn Punkte in der Verlustzone. Den Eröffnungsindikator der Nasdaq zieht es 45 Zähler ins Minus.

Kursverluste bei Microsoft dürften heute sowohl den Dow Jones als auch den Nasdaq Index Punkte kosten. Wegen des sinkenden PC-Absatzes reduziert der Softwaregigant die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das laufende Quartal. Statt eines Gewinns von 45 Cents pro Aktie wird das Unternehmen nun ein Ergebnis von höchstens 40 Cents pro Aktie erwirtschaften. Das Management reduziert die Umsatzprognosen um 200 Millionen auf sechs Milliarden Dollar. Analysten dürften ebenfalls bemängeln, dass Microsoft das Ergebnis durch Investmenteinnahmen aufpoliert hat. Laut Goldman Sachs erzielte Microsoft im Fiskaljahr 2001 etwa eine Milliarde Dollar an Investmenterträgen. Nicht zuletzt Dank diese Form von "Bilanzkosmetik", kann Microsoft die Prognosen für das Fiskaljahr 2002 auf eine Spanne von 1,91 bis 1,95 Dollar pro Aktie anheben. Gewinne durch den Verkauf von Expedia-Aktien sollten dazu mit einem Gewinn von zwölf Cents pro Aktie beitragen. Goldman Sachs stuft den Wert zwar weiterhin mit "kaufen" ein. Der Analyst glaubt jedoch, dass die reduzierten Erwartungen für das erste Quartal und die Investmenterträge den Aktienkurs kurzfristig belasten werden.

Der Netzwerksektor dürfte zum Wochenschluss wegen hohen Quartalsverlusten bei Nortel Networks unter Druck geraten. Der Netzwerkspezialist begründete den Umsatzrückgang von 36 Prozent mit der rückläufigen Nachfrage nach Telekommunikationszubehör. Nortel erfüllte zwar mit dem Quartalsergebnis die durchschnittlichen Analystenerwartungen, wies jedoch für das zweite Quartal erhebliche Verluste von insgesamt 48 Cents pro Aktie aus. Noch im Vorjahresquartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 21 Cents pro Aktie. Der Vorstand rechnet nicht mit einer Erholung des IT-Sektors vor dem zweiten Quartal des kommenden Jahres. Auch die Aktie von Glasfaserkonzern JDS Uniphase notiert im außerbörslichen Handel schwächer.

Die Aktie von PMC-Sierra gehört vorbörslich zu den meistgehandelten Aktien. Das Papier rutscht über 13 Prozent ins Minus, nachdem der Hersteller von Telekommunikationschips am Donnerstag vor enttäuschenden Umsatzzahlen und einen größeren Quartalsverlust warnte. Neben PMC-Sierra notieren auch die Papiere von Applied Micro Circuits und Vitesse schwächer.

Für frischen Wind auf dem Internetsektor sorgen die guten Quartalszahlen von Ebay. Das Internetauktionshaus konnte den Gewinn im dritten Quartal mehr als verdreifachen. Der Gewinn lag mit zwölf Cents pro Aktie zudem drei Cents über den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz übertraf die Analystenerwartungen mit 181 Millionen Dollar um 16 Millionen Dollar. Damit hat Ebay hat nun im sieben Quartal in Folge die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Zukunftsaussichten sind rosig. Der Umsatz soll während des zweiten Halbjahres mindestens 385 Millionen Dollar betragen und die aktuellen Erwartungen von 368 Millionen Dollar erheblich schlagen. Neben Ebay notiert auch die Aktie von Internetkollege Amazon vorbörslich freundlich.

© Wall Street Correspondents Inc.

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