Microsoft dämpft Erwartungen: IT-Industrie zeigt sich kurzfristig pessimistisch

Microsoft dämpft Erwartungen
IT-Industrie zeigt sich kurzfristig pessimistisch

Die beiden Spitzenunternehmen der Informationstechnik, das Softwarehaus Microsoft Corp. und der Computerkonzern IBM Corp., erwarten für das erste Halbjahr 2002 keine nachhaltige Belebung der Nachfrage nach Personalcomputern, Serverrechnern und Software. Auf keinem der wichtigsten Märkte der Welt gebe es derzeit Anzeichen für eine Erholung, sagte Microsoft-Finanzchef John Connors.

ruk/dpa PALO ALTO. Microsoft geht derzeit davon aus, dass die PC-Verkäufe in der ersten Jahreshälfte 2002 weltweit weiter fallen werden. Nach Einschätzung der Marktforscher der Gartner Group werden PC-Auslieferungen in diesem Jahr weltweit um insgesamt vier Prozent zunehmen, nachdem sie im vergangenen Jahr um 4,6 % gefallen waren. Dies würde eine Belebung des Marktes in der zweiten Jahreshälfte bedeuten.

Microsoft hatte für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2002 einen Gewinn von 2,28 Mrd. $ oder 41 Cent je Aktie ausgewiesen - 13 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit lag der Gewinn am unteren Ende der eigenen Prognosen. Ein Grund für den Gewinnrückgang waren Sonderabschreibungen in Höhe von 660 Mill. $ für die Kosten der Prozesse gegen Kunden. Auch der verzögerte Verkauf der Beteiligung am Online-Reiseunternehmen Expedia Inc. und die hohen Entwicklungskosten für die Spielekonsole X-Box hätten das Ergebnis im zweiten Quartal, das am 31. Dezember endete, gedrückt. Der Umsatz ist hingegen wegen der starken Nachfrage nach dem neuen Betriebssystem Windows XP und der X-Box um 18 % auf 7,74 Mrd. $ gestiegen. Für das Gesamtgeschäftsjahr erwartet Microsoft einen Umsatz von 28,8 bis 29,1 Mrd. $ - das ist etwas mehr als bisher vorausgesagt. Der Gewinn soll zwischen 11,5 und 11,8 Mrd. $ liegen.

Oracle und Compaq belastet

Der Quartalsbericht des Softwarekonzerns aus Redmond/Washington belastete auch die Aktien des Konkurrenten Oracle und des PC-Herstellers Compaq. Darüber hinaus sorgte ein Quartalsverlust des US-Computerkonzern Sun Microsystems Inc. - bereits der dritte in Folge - für wenig Freude bei den Technologiewerten. Der Spezialist für Netzserver hat im zweiten Quartal, das am 31.12. endete, einen Verlust von 99 Mill. $ erwirtschaftet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern aus Palo Alto/Kalifornien noch einem Gewinn von 494 Mill. $ geschrieben. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gar um 2 Mrd. $ auf 3,1 Mrd. $. Im ersten Quartal hatte Sun einen Verlust von 2,86 Mrd. $ erlitten.

Der Konzern begründete den erneuten Verlust mit der Zurückhaltung der Kunden bei Technologie-Investitionen in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld. Im vierten Quartal will Sun wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Das Unternehmen hatte als führender Lieferant von Computern für Internet- und Telekomfirmen in besonderem Maße unter der Branchenkrise zu leiden.

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