Microsoft: Der Täter hat den geheimen Quellcode gesehen
Hacker konnte 12 Tage lang auf Microsoft-Netz zugreifen

Mit Hilfe eines Spionageprogramms hätte der Hacker zuvor Passwörter auf dem privaten Rechner eines Mitarbeiters ausgespäht, teilte Microsoft mit.

dpa REDMOND/HAMBURG. Der Hacker, der in den vergangenen Tangen das Software-Unternehmen Microsoft bespitzelt hat, konnte nach Angaben des Unternehmens zwölf Tage lang auf das Netzwerk der Firma zugreifen. Microsoft habe die Aktivitäten des Unbekannten am vierten Tag entdeckt und beobachtet, teilte das Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) in Redmond mit. Der Täter habe zwar den geheimen Quellcode eines künftigen Programms gesehen, das derzeit entwickelt wird. Er habe aber keine Dateien kopiert. Dies ginge aus den Logbüchern der Computer hervor, teilte Microsoft mit.

Der Hacker habe vom 14. bis 25. Oktober Zugriff auf das Firmen- Netzwerk gehabt, hieß es. Am 17. Oktober sei Microsoft aufmerksam geworden, weil ein Unbekannter neue Zugänge zum Netzwerk einrichtete. Über ein Spionageprogramm hätte dieser zuvor Passwörter auf dem privaten Rechner eines Mitarbeiters ausgespäht.

Microsoft ist nach Auffassung eines Experten in eine selbst aufgestellte Falle getappt. "Microsoft ist definitiv selbst an der Geschichte schuld", sagte Christoph Puppe von der schwedischen Sicherheitsfirma Defcom. Die Software des Konzerns sei ungenügend gegen das Installieren von Spionageprogrammen geschützt. Es sei zu erwarten, dass dies nicht der erste Einbruch war. Es gebe "begründete Gerüchte", dass einige der gehüteten Quellcodes von Microsoft - Programmen in Hacker-Kreise kursierten. "Was genau vorgefallen ist, wird nur der Hacker und vielleicht Microsoft wissen", sagte Puppe. Die Nachverfolgung von Angreifern, die noch dazu die bekannten Identitäten von Mitarbeitern benutzten, sei in großen Netzwerken sehr schwer.

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