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Microsoft: Feste Kurse nach Quartalszahlen

Der Jubel an der Wall Street wird wohl auch nach den Quartalszahlen von Microsoft nicht verstummen. Der Softwarekonzern konnte trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 2,39 Milliarden Dollar oder 44 Cents pro Aktie steigern.

Damit werden die durchschnittlichen Gewinnerwartungen um zwei Cents geschlagen. Die wirkliche Überraschung war jedoch weniger das Ergebnis, sondern vor allem der Umsatz. Dieser kletterte im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 14 Prozent auf 6,46 Milliarden Dollar. Analysten gingen lediglich von einem Umsatz von rund 6,15 Milliarden Dollar aus.

Die erfreuliche Entwicklung ist auf die gesunde Nachfrageentwicklung für die Windows 2000 Software und "dotNet"-Server Produkte zurückzuführen.
Ein Teil des Erfolgs basiere ebenfalls auf der guten Umsetzung der Geschäftsstrategie, meinte der Unternehmensvorstand. Ein Eigenlob, das Investoren dem Management gerne gönnen dürften, vor allem wenn die Prognosen des zukünftigen Geschäftsverlaufs betrachtet werden. Im angebrochenen vierten Quartal peilt Microsoft einen Umsatz zwischen 6,3 bis 6,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 41 bis 42 Cents pro Aktie an. Die Ertragsschätzungen werden damit um lediglich ein bis zwei Cents verfehlt und die Umsatzerwartungen sogar getroffen.
Ähnlich erfreuliche Entwicklungen zeichnen sich für das Fiskaljahr 2002 ab. Finanzvorstand John Connors rechnet mit einem Gewinn von 1,90 bis 1,94 Dollar pro Aktie. Bei dem Brokerhaus Merrill Lynch befürchtete man, dass die Erwartungen auf 1,70 bis 1,80 Dollar nach unten revidiert werden müssten. In diesem Fall hätte Microsoft im Vergleich zum Vorjahr kein Wachstum verzeichnen können.
Mit der nun angepeilten Spanne liegen die Prognosen des Managements unwesentlich unter den Analystenschätzungen. Connors wies zudem darauf hin, dass seine Prognosen auf einer konjunkturellen Erholung in der zweiten Jahreshälfte basieren. Sollte sich die Konjunktur früher erholen, hätte dies auch auf die Prognosen einen positiven Einfluss.

Welches Potential die Aktie in der Zukunft haben wird, hängt wohlgemerkt nicht nur von den Ergebnissen, sondern auch von der Bewertung ab. Gemessen an den Gewinnerwartungen für 2002 notiert die Aktie bereits bei einem KGV von 35. Manche Investoren dürften aufgrund der relativ hohen Bewertung von der Aktie fern bleiben oder in den kommenden Tagen Gewinnmitnahmen vornehmen.

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