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Microsoft geht gegen Windows-2000-Bestandteil vor

Nutzer des Betriebssystems Windows 2000 können jetzt jenen Teil des Programms entfernen, der mit der Scientology-Organisation in Verbindung gebracht wird.

Reuters BERLIN. Wie ein Sprecher des Softwareproduzenten Microsoft mitteilte, handele es sich bei dem Programmteil um einen Festplatten-Defragmentierer, der von der US Executive Software Incorporated-Firma entwickelt wurde. Der Chef dieser Firma sei Mitglied von Scientology, sagte der Sprecher von Microsoft Deutschland, Thomas Baumgärtner. "Weil man in Deutschland mit diesen Dingen sehr, sehr empfindlich ist, wurde empfohlen, das Tool nicht zu benutzen."

Die Software zur Verbesserung der Festplattenleistung kann mit einem Verfahren aus Windows 2000 entfernt werden, das Microsoft auf seiner Internetseite www.microsoft.com beschreibt. Das Unternehmen hatte zuvor das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) darum gebeten, diese Software auf ihre Sicherheit zu prüfen. Da das Programm jetzt aber komplett aus Windows entfernt werden könne, sei man mit Microsoft übereingekommen, auf die aufwendige Prüfung zu verzichten, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit, dem das BSI untersteht. Es habe Stimmen aus den Bundesländern und den Kirchen gegeben, wonach die Software ein Sicherheitsproblem darstellen könnte, sagte ein Ministeriumsexperte für Rechnersicherheit.

Der Sprecher der Executive Software in England, Chris Cavanagh, wies die Befürchtungen zurück. Firmenchef Craig Jensen glaube zwar an die Lehren von Scientology. Dies habe aber keine Relevanz für die Produkte der Firma. Wenn ein Firmenchef katholisch sei, so sei dies auch nur dessen Religion und habe nichts mit der Entwicklung oder dem Vertrieb von Software zu tun.

Scientology beruht auf den Lehren des verstorbenen Science-Fiction-Autors L. Ron Hubbard. In Deutschland zählt die Organisation nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums rund 6000 Mitglieder. Seit 1997 wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet, weil nach dessen Angaben bei Scientology "Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung" vorliegen.

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