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Microsoft-Gewinnwarnung belastet europäische Börsen

Die europäischen Börsen haben Händlern zufolge aufgrund der Kursverluste der Nasdaq und der Gewinnwarnung von Microsoft am Freitag deutlich schwächer geschlossen.

Reuters LONDON. Der Softwarekonzern hatte seine verringerten Gewinn- und Umsatzprognosen nach US-Börsenschluss am Donnerstag veröffentlicht. Händler sagten, die scheinbar nicht abreißen wollenden Gewinnwarnungen aus den USA zusammen mit der sich immer mehr abkühlenden US-Wirtschaft und dem vielerorts stattfindenen Verfall an den Terminbörsen hätten die Kurse vor allem der TMT-Aktien (Technologie, Medien, Telekommunikation) gedrückt.

Der technologielastige Nasdaq-Index notierte am Freitagabend (MEZ) 4,41 % tiefer auf 2608 Punkten, der Der Dow Jones fiel 1,92 % auf 10470 Zähler. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor 1,96 % auf 4609 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,85 % auf 4721 Punkte nachgab.



LONDON - Banken- und Technologietitel schwächer

Angesichts der Nachrichten aus den USA gehörten Technologiewerte sowie Finanztitel in London zu den größten Verlierern. Der FTSE schloss 1,4 % tiefer auf 6175,8 Punkten. Die Aktien von HSBC fielen im Sog der am Vortag bekannt gegeben Gewinnwarnungen der US-Banken JP Morgan und Chase Manhatten um 4,9 %. British Telecom sowie Bookham Technology büßten fünf beziehungsweise 7,23 % ein. Baltimore rutschten sieben Prozent.



ZÜRICH - leichter

Die anhaltende Schwäche an den US-Aktienbörsen hat am Freitag an der Schweizer Börse zum Teil zu grösseren Verlusten geführt. Der SMI schloss 61,8 Zähler tiefer mit 7867,0 Punkten. Bei hohen Umsätzen schwächten sich dabei die Grossbanken ab. CS Group fielen acht sfr auf 300 sfr. UBS hielten sich etwas besser und büssten 2,50 auf 254,50 sfr ein. Die Gewinnwarnungen der US-Konkurrenten und die Angst vor konjunkturbedingten Gewinnrückgängen und einer möglichen Verschlechterung der ausstehenden Kredite hätten zu tieferen Kursen geführt. Dabei seien CS mit der Investmentbank DLJ mehr exponiert als UBS, sagte ein Händler.



PARIS - Technologietitel unter Druck

In Paris präsentierte sich die Börse dem europäischen Trend entsprechend schwächer. Der CAC40 gab um 1,12 % auf 5839,54 Punkte nach. Zu den Verlierern zählten schwergewichtige Technologietitel wie Lagardere, France Telecom, Equant oder Cap Gemini, die im Schnitt um mehr als vier Prozent nachgaben. Thales, vormals Thomson-CSF, legten gegen den Trend 3,43 % zu. Das Unternehmen hatte ein Joint Venture mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon bekannt gegeben.



MAILAND - Seat nach vorangegangenen Verlusten erholt

Die italienischen Aktienwerte tendierten aufgrund der schlechten US-Vorgaben leichter. Der Mib30 schloss 2,1 % tiefer bei 43 669 Punkten. Eigene Impulse gebe es dagegen kaum, sagten Börsianer. Nach den schweren Verlusten der vergangenen Sitzungen haben sich Seat erholt und schlossen 4,77 % fester.

MADRID - Überdurchschnittliche Verluste

Das spanische Börsenbarometer hat nach starken Kursrückgängen bei Telekom - und Technologietiteln seinen größten Tagesverlust seit Anfang 1999 erlitten. Der Ibex verlor 3,81 % auf 9155,7 Zähler. Die Aktien von Telefonica büßten 6,2 % auf 18,40 Euro ein. Technologietitel wie Telefonica Moviles und Terra Lycos gaben 5,6 beziehungsweise 4,6 % nach. Händler sagten, der Ibex werde aufgrund der Gewichtung seiner Technologieaktien zunehmend abhängiger von der Nasdaq

AMSTERDAM - ING gegen den Trend fester

Die niederländischen Aktienwerte tendierten im Sog der schwachen Technolgiewerte niedriger. Der AEX büßte 2,3 % auf 624,49 Punkte ein. Unter den Technologiewerten verbuchten UPC und ASM Lithography mit einem Minus von 10,2 % auf 10,94 Euro beziehungsweise 7,1 % auf 24,81 Euro die größten Kursabschwünge.



WIEN - Verfallstermin und TA belasten

In Wien federte eine feste Bank Austria einen deutlicheren Rückgang des ATX ab. Der ATX schloss 0,59 % tiefer 1067,81 Punkten. 9 Aktien waren höher und 15 tiefer. Telekom Austria schafften in der Schlussauktion mit 7,43 Euro den Sprung ins Plus, war aber tagsüber meist tiefer und hatten sogar das gestrige Tief von 7,25 gesehen. Auch CyberTron waren leichter und fielen auf 5,06 (5,50). CyberTron haben heute bekannt gegeben, dass sie vom Kauf der burgenländischen Telekom-Firma Well.com Abstand nehmen. CyberTron wollte das Unternehmen entwickeln und 2002 an die Börse bringen. Auch anhaltende Skepsis zur Optionsanleihe trage zur Schwäche bei, sagte ein Händler.



BRÜSSEL - Verfall am Terminmarkt hilft Fortis

In Brüssel gewannen vor allem Finanztitel im Zuge des dortigen Verfalltermins bei Terminkontrakten. Der Bel20 schloss 0,48 % höher bei 2987,28 Punkten. Das Schwergewicht Fortis gewann nach einem schwachen Handelsverlauf zum Handelsende um 2,88 %. "Das ist eine technische Reaktion, die auf den Verfall bei den Derivaten zurückzuführen ist", sagte ein Händler. Technolgiewerte gaben unterdessen nach.



STOCKHOLM - Technologie-Schwäche belastet

Die Stockholmer Börse wurde nach Aussage von Marktteilnehern von der allgemeinen Schwäche der Technologie-Branche belastet. Der OMX verlor 1,69 % auf 1096,89 Zähler. Die Aktien des Internetberaters Icon Medialab schlossen mehr als zehn Kronen tiefer auf einem Allzeit-Tief von 16,40 skr. Die Gesellschaft hatte mitgeteilt, im vierten Quartal des Geschäftsjahres einen Verlust anstatt ein wie zuvor angekündigt ein ausgeglichenes Ergebnis zu verbuchen. Das Papier des Konkurrenten Framfrab rutschte um 16,7 % und schloss ebenfalls auf einem Jahrestief.

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