Microsoft-Kursgewinne beflügeln Nasdaq
Wall Street: Blue Chips unter Druck, Tech-Werte im Plus

Berichte über weitere Milzbrand-Fälle und schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben an den New Yorker Aktienmärkten am Donnerstag nach Händlerangaben die Standardwerte gedrückt. Die Technologieaktien schlossen dagegen im Plus, was Händler auf Kursgewinne bei Microsoft zurückführten.

rtr NEW YORK. Die Bilanzsaison sei zwar in vollem Gange, sagten Händler. Die Milzbrand-Gefahr stehe aber im Vordergrund und verunsichere die Investoren. "Bis die Bilanzsaison vorbei ist, wird es der Markt schwer haben, die jüngste Rally fortzusetzen", sagte Linell McCurry, Executive Vice President bei Walnut Asset Management. "Es wird wahrscheinlich eine Seitwärtsbewegung geben. "

Der Dow-Jones-Index schloss 0,75 % im Minus auf 9 163,57 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,40 % auf 1 652,90 Zähler stieg. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte 0,78 % schwächer auf 1068,65 Punkten.

Als dritter großer US-Fernsehsender bestätigte am Donnerstag CBS, dass in New York eine Mitarbeiterin des Nachrichtensprechers Dan Rather an Hautmilzbrand erkrankt sei. Zuvor waren bei Mitarbeitern von NBC und ABC Milzbrandfälle aufgetreten. Die Behörden in Kenia teilten mit, bei einem aus den USA stammenden Brief seien Milzbrandbakterien festgestellt worden. In den USA sind nachweislich etwa 50 Menschen mit Milzbrand-Erregern in Kontakt gekommen oder daran erkrankt.

Microsoft-Aktien lagen zum Schluss 1,37 % im Plus auf 56,9 Dollar. Das Unternehmen teilte nach Börsenschluss mit, im ersten Quartal sei ein Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar verbucht worden. Analysten hatten den Gewinn je Aktie zwischen 0,38 Dollar und 0,42 Dollar erwartet.

Verluste der Aktien der weltgrößten Schnellrestaurant-Kette, McDonald's Corp, hätten die Standardwerte belastet, sagten Händler. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, die Gewinne seien im dritten Quartal um ein Prozent gesunken. Die Aktie gab 0,54 % auf 29,24 Dollar nach. Dow-Wert Merck & Co, der drittgrößte Pharmakonzern der Welt, verloren rund vier Prozent auf 66,30 Dollar. Das Unternehmen hatte den Gewinn im dritten Quartal im Rahmen der Analystenschätzungen um sechs Prozent gesteigert. Der Umsatz mit seinem wichtigen Medikament Vioxx gegen Athritis dürfte nach Konzernangaben jedoch im Gesamtjahr schwächer ausfallen als zunächst angenommen.

Die Titel der Sun Microsystems schlossen 0,9 % im Plus auf 8,88 Dollar. Das Unternehmen hatte kurz nach US-Börschluss einen Betriebsverlust im Rahmen der vor zwei Wochen abgegebenen Prognosen mitgeteilt.

Auch die Konjunkturdaten, die einen stärker als erwarteten Rückgang der Verarbeitenden Industrie an der mittleren Ostküste der USA zeigten, hätten die Anleger enttäuscht, sagten Händler. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia fiel im Oktober in Folge der Anschläge vom 11. September deutlicher als von Analysten erwartet. Wie die Philadelphia-Fed mitteilte, sank der Index im Oktober auf minus 27,4 Zähler nach minus 7,3 Punkten im September. Volkswirte hatten für Oktober mit einem Rückgang des Konjunkturindexes auf lediglich minus 15,3 gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,26 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1995 Verlierer 1108 Gewinner und 191 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen nach Umsätzen von 1,78 Mrd. Aktien 2076 im Minus, 1507 im Plus und 299 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die 30-jährigen Bonds zuletzt 1/32 höher auf 100-28/32 und erbrachten eine Rendite von rund 5,32 %.

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