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Microsoft rettet die Wall Street

Nach einer Achterbahnfahrt schlossen die US-Märkte zur Wochemitte uneinheitlich. New Yorks Aktienmärkte hatten unter kräftigen Kursschwankungen zu leiden.

Der Dow Jones Index gewann 0,36 Prozent auf 10 033 Punkte. Der Nasdaq Index litt unter der Schwäche der Technologiewerte und büßte 0,66 Prozent auf 1799 Zähler ein. Die gemischte Nachrichtenlage bestimmte die Stimmung an den US-Märkten.

Als Retter in der Not präsentierte sich am Spätnachmittag die Aktie von Microsoft. Der Softwaregigant bestätige die Prognosen für das laufende Fiskaljahr. Das Management rechnet weiterhin mit einem Umsatz von 28,8 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis dürfte wie erwartet um acht Prozent zulegen. Die Aktie von Microsoft ging am Mittwoch mit einem Plus von fast drei Prozent auf 57,74 Dollar aus dem Handel. Dank der Meldung konnte sich die Nasdaq von den Tagestiefständen des Vormittages erholen. Der Dow Jones Index drehte ins Plus.

Doch nicht nur Microsoft beruhigte die Gemühter der Anleger. Auch die Konsumgüterkonzerne Procter & Gamble und Colgate Palmolive bestätigten ihre Geschäftsprognosen. Die Aktie von Procter & Gamble gewann 0,48 Prozent auf 75,88 Dollar. Der Wert von Colgate Palmolive legte 1,88 Prozent auf 55,73 Dollar zu. Auch Budweiserproduzent Anheuser Bush legte 1,21 Prozent auf 44,18 Dollar zu, nachdem das Management noch einmal die Geschäfterwartungen bestätigte. Auch Coca Cola legte an Wert zu und stand ganz oben auf dem Siegertreppchen der Dow Jones Werte. Ungeschlagen an der Spitze der 30 US-Standardwerte behauptete sich Merck. Anleger flüchteten am Mittwoch in defensive Werte. Die Pharmawerte profitierten zusätzlich vom Zuspruch der Analysten und war den Indizes eine wichtige Stütze.

Ein eher trübes Bild bot sich dagegen auf dem Finanzsektor. Die Brokerwerte mussten im Tagesverlauf einen Teil ihrer morgendlichen Kursgewinne abgeben. Die Analysten von UBS Warburg stufen die Titel von Lehman Brothers, Goldman Sachs, Merrill Lynch und Morgan Stanley von "halten" auf "kaufen". Zwar sei das Marktumfeld des Sektors nach wie vor schwach, jedoch erwarten die Experten eine Erholung im vierten Quartal. Doch das half den Aktien von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Lehman Brothers tendierten schwächer. Die Aktie von Merrill Lynch notiert dagegen mit 0,51 Prozent auf 51,28 im Plus.

Unter anderem färben die Kursverluste bei Finanztiteln wie American Express, Citigroup und J.P. Morgan den Dow Jones Index rot. Die jüngsten Wirtschaftsdaten zu den Aktivitäten der verarbeitenden Industrie seien so gut ausgefallen, dass eine erneute Zinssenkung der US-Notenbank unwahrscheinlicher werde, begründeten einige Händler die trübe Stimmung in der Branche. Die Aktien von J.P. Morgan dürften nach Ansicht von Brokerhaus Bear Stearns kurzfristig unter Druck geraten, da durch den Abbau von Arbeitsstellen außerordentliche Kosten anfallen werden. Der Wert gehörte mit einem Minus von 3,72 Prozent auf 38,35 Dollar zu den größten Dow Jones Verlierern.

Ebenfalls schwächer notierten die Aktien von Hewlett-Packard und Compaq. Die Begeisterungsstürme an der Wall Street über den Megadeal blieben aus. Nach wie vor haben beide Unternehmen gegen die Skepsis der Analysten zu kämpfen. Die Aktie von Hewlett-Packard verlor 3,50 Prozent auf 18,21 Dollar. Compaq büßte sechs Prozent auf 10,41 Dollar ein.

Die Verluste der Hersteller von Telekommunikations-Komponenten belasten den Nasdaq Index zur Wochenmitte. Die Investitionen für Mobilfunknetze dürften im kommenden Jahr zum ersten Mal sinken. Mit diesem Kommentar setzten die Analysten von Merrill Lynch am Mittwoch die Aktien des Telekommunikationssektor unter Druck.

Die Papiere von Qualcomm, Nextel, Tellabs und JDS Uniphase notieren im Minus. Der weltweite Umsatz des Mobilfunksektors dürfte im kommenden Jahr um fünf Prozent auf 40 Milliarden Dollar zurückgehen, so die Experten. Ursprünglich hatten sie für denselben Zeitraum ein Umsatzwachstum von zehn Prozent erwartet.

Die Aktie von Motorola gab 6,23 Prozent auf 16,40 Dollar ab. Der Mobiltelefonkonzern erwirtschaftet rund ein Fünftel seines Umsatzes mit dem Absatz von Netzwerkzubehör. Die Aktien von Lucent Technologies, weltgrößter Hersteller von Telekommunikationszubehör, rutschte ebenfalls 4,3 Prozent auf 6,24 Dollar ins Minus.

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