Microsoft setzt in Zukunft auf eigene Technologie
Windows XP: Galgenfrist für Java

Microsoft hat eingelenkt: Die Programmiersprache Java des Konkurrenten Sun Microsystems wird jetzt doch noch in Windows XP integriert - bis 2004. Dann soll endgültig Schluss sein.

Microsoft will entgegen einer früheren Entscheidung nun doch die Programmiersprache Java des Konkurrenten Sun Microsystems in sein Betriebssystem Windows XP integrieren.

dpa REDMOND/SANTA CLARA. Von 2004 an werde Windows XP jedoch komplett auf Java verzichten, da Microsoft nach einem Vergleich mit dem Erzrivalen keine Änderungen an Java mehr vornehmen darf, sagte Produktmanager Jim Cullinan am Dienstag (Ortszeit) in Redmond. Seit Jahren streiten sich die beiden Konkurrenten erbittert um die Nutzung der Programmiersprache sowie um künftige Internet-Technologien. Sun hatte dem weltgrößten Softwarekonzern immer wieder vorgeworfen, mit unlauteren Mitteln die Marktmacht gegen Sun ausgespielt zu haben.

Mit der von Sun entwickelten Sprache Java können Programme geschrieben werden, die ohne Anpassung unter verschiedenen Betriebssystemen - von Windows über Mac OS zu Linux - laufen. Sun hatte in einer im März eingereichten Klage mehr als eine Milliarde Dollar (1,14 Mrd Euro) Schadenersatz von Microsoft gefordert. Nach von Sun hatte Microsoft sein Monopol bei Betriebssystemen zum Nachteil von Java ausgenutzt. Sun hatte gegen die Veränderung von Java-Komponenten durch Microsoft protestiert.

Microsoft setzt bei seinen Plänen für die ".Net"-Infrastruktur für Programmdienste aus dem Netz auf eigene Technologie, die mit Java konkurriert. In einem im vergangenen Januar ausgehandelten Vergleich stimmte Microsoft der Zahlung von 20 Millionen Dollar an Sun zu und erhielt im Gegenzug eingeschränkte Nutzungsrechte. Die Vereinbarung untersagt es Microsoft jedoch, Java-Produkte nach dem 1. Januar 2004 zu verändern, sagte Cullinan.

Unterdessen kündigte Sun an, eine Software für den elektronischen Handel und andere Web-Services, die auf Microsofts Betriebssystemen läuft, kostenlos anzubieten. Damit sollen weitere Barrieren bei der Nutzung von auf Java basierender Software ausgeräumt werden, teilte Marge Braya Vizepräsidentin von Sun One mit. "Unser Ziel ist es, gegen (Microsofts Internet-Konzept) ".Net" anzutreten und den Geist der Linux-Gemeinde einzufangen", sagte Braya. Viele Unternehmen nutzen derzeit das freie Betriebssystem Linux als Alternative zur teureren Solaris-Plattform von Sun.

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