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Microsoft-Software: Verbraucherschützer kritisieren geplanten Kopierschutz

ddp REDMOND/MÜNCHEN. Microsoft macht ernst und bietet die zukünftigen Versionen von Office und Windows nur noch mit einem umfangreichen Kopierschutz an. Das Unternehmen will dadurch verhindern, dass die Software als Raubkopie auf beliebig vielen Computern eingesetzt werden kann. Gegen das Vorhaben liefen nach den ersten Gerüchten vor Wochen nicht nur die Kunden, sondern auch die Verbraucherschützer Sturm. Hintergrund ist die durch den Kopierschutz stark eingeschränkte Verwendung der Software. Denn ausgestattet ist der Kopierschutz mit einem sogenannten Aktivierungsschlüssel. Kauft ein Kunde ein Produkt des weltgrößten Softwareherstellers, muss er über eine kostenlose Hotline oder über das Internet einen Aktivierungsschlüssel für das Programm anfordern. Mit Hilfe dieser Nummer wird die Software dann freigeschaltet.

Wie Microsoft dies in der Praxis umsetzen will, scheint derzeit unklar zu sein. Denn problematisch wird es für den Kunden immer dann, wenn die Hardware gewechselt wird, also beispielsweise ein neuer Computer angeschafft wird. Ob der User dann unter Umständen auch eine neue Lizenz für die Software erstehen muss, oder sich seine Software für eine neue Installation freischalten lassen kann, ist derzeit nicht bekannt. Aus der deutschen Pressestelle von Microsoft werden dazu Informationen wie gewohnt nur spärlich herausgegeben.

Ähnliche Probleme tauchen bereits seit einigen Monaten auf, seitdem Microsoft die Software in der sogenannten OEM-Version ausliefert. Wenn die Programme zusammen mit der Hardware gekauft werden, erhält der Kunde sie nicht mit einer Original CD-ROM, sondern schon auf dem Rechner vorinstalliert. Dem Paket liegt dann nur noch eine sogenannte Recovery-CD bei, mit der man im Notfall den Ursprungszustand des Rechners im Falle eines Defektes wiederherstellen kann. Damit bindet das Unternehmen den Kunden mit seiner Softwarelizenz an eine Hardware. Wird der Rechner ausgetauscht, muss der Kunde auch eine neue Softwarelizenz kaufen, denn ohne die Software auf einer separaten CD-ROM können die Programme auch nicht auf anderen Rechnern installiert werden.

Was als wirkungsvoller Kopierschutz gedacht ist, wirkt sich für das Unternehmen unter Umständen als wahre Geldquelle aus. Denn der normale Computernutzer ist kaum in der Lage, sich die auf der Festplatte gut versteckte Vollversion der Programme auf CD-ROM zu brennen oder auf mehrere Disketten zu kopieren. Damit hat der Kunde keine Chance, die einmal gekaufte Softwarelizenz auf einem neuen Rechner wieder zu verwenden.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) muss der Käufer eine Software jedoch auf jedem beliebigen Computer aufspielen können. Ein Kopierschutz, der nur den Einsatz auf einem Computer erlaube, sei nicht rechtmäßig, so die Verbraucherschützer. äAls Kunde habe ich einen Anspruch auf eine Programmversion, die ich auf jedem Computer installieren kann", sagt Jürgen Schröder, Jurist bei der VZ NRW.

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