Microsoft steigt in den Ring
Anwendungen im Netzbetrieb

Microsoft hat am Wochenende den ersten so genannten Release Candidate seines Browser-Plugins Silverlight vorgestellt. Die Veröffentlichung läutet die erste Runde im Kampf um die kommenden Standards für so genannante Rich Internet Applications ein. Im Ring stehen neben Microsoft aber sehr mächtige Gegner.

DÜSSELDORF. Bereits im Jahre 2003 prognostizierte der » Analyst Joshua Duhl den Web-Applikationen eine große Zukunft. Der Vorteil: Die Webanwendungen laufen nicht komplett auf dem Rechner des Anwenders, sondern werden von einem Server bereitgestellt. In einem Unternehmen eingesetzte Software muss so weder auf jedem eingesetzten einzelnen Rechner installiert, noch mit Updates versorgt werden. Alle auftretende Probleme können zentral am Anwendungsserver gelöst werden. Auch die Daten können so ebenfalls auf dem Server gespeichert und über das Internet von überall aus abgerufen und bearbeitet werden. Ein klares Plus, wenn die eigenen Dateien beispielsweise auch unterwegs auf dem Notebook bearbeitet werden sollen oder ein ganzes Team an einem Projekt arbeitet und auf dieselben Dateien zugreift. Experten sind sich sicher: Gerade im Business-Bereich gehört den Webapplikationen die Zukunft.

Platzhirsch bei interaktiven Webinhalten ist bisher Adobe mit der sehr verbreiteten Flash-Technologie. Microsofts Silverlight ist nun ein offener Angriff auf die Vormachtstellung von Adobe im interaktiven Web. Doch nicht nur der Softwareriese aus Redmond ist aufgewacht: Auch Sun Microsystems und Google wollen ihr Stück vom Kuchen und Adobe hat mit AIR bereits den nächsten Schritt in Richtung komplexer Webanwendungen vollzogen. Die Frage ist: Läuft der Redmonder Konzern den Grafikspezialisten von Adobe hinterher oder schafft es Microsoft neue Trends zu setzen?

Am Anfang war Ajax

Dem Trend der Online-Anwendungen zum Durchbruch verholfen hat eine Technologie, die eigentlich schon uralt ist. Unter dem neuen Namen Asynchronous JavaScript and XML, kurz Ajax, popularisierte sie eine Technik, die längst bekannt aber - bis vor wenigen Jahren - so gut wie nicht genutzt wurde: Statt ständig neue Anfragen an den Server zu stellen, schaltet sich eine Ajax-Engine zwischen Browser und Server, welche die Browseraufrufe zunächst abfängt. Nur falls eine Kommunikation mit dem entfernten Webserver wirklich nötig sein sollte, schickt diese Engine eine Anfrage im XML-Format an den Server, ansonsten beantwortet sie die Anfrage selbst - das vermeidet Verzögerungen beim Arbeiten.

Realisiert wird die Ajax-Engine mit JavaScript. Die von Netscape eingeführte Skriptprache für das WWW wurde in den Anfangzeiten des Webs eher zum nervtötenden Verschieben oder Vergrößern von Fenstern genutzt. Durch Ajax wurde JavaScript innerhalb kürzester Zeit vom verschmähten Hassobjekt zum neuen Superstar des Web 2.0. Apple ging sogar so weit, Programmierern für das iPhone zunächst gar keine Entwicklungsumgebung mehr zur Verfügung zu stellen: "Nehmt die vorhandenen Web-Standards, entwickelt Web-2.0-Anwendungen mit Ajax", rief Steve Jobs den Entwicklern auf Apples World Wide Developer Conference 2007 zu.

Es spielt bei Ajax zunächst keine Rolle, mit welchem Gerät auf die Webanwendung zugegriffen wird. Völlig egal ob PDA, Smartphone, Linux, Windows oder Mac OS X: So lange der verwendete Browser JavaScript unterstützt, können auf Ajax basierende Webanwendungen grundsätzlich ausgeführt werden. Doch hier liegt auch ein Knackpunkt: Weil JavaScript unzureichend standardisiert ist, interpretiert nicht jeder Browser die JavaScript-Befehle gleich. Die Folge: Die meisten derzeit mit Ajax realisierten Programme sind nur für die beiden verbreiteten Browsern - Microsofts Internet Explorer und Mozilla Firefox - optimiert und getestet.

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