Microsoft und IBM belasten deutschen Aktienmarkt: Dax schließt nach Schlussspurt moderat im Minus

Microsoft und IBM belasten deutschen Aktienmarkt
Dax schließt nach Schlussspurt moderat im Minus

Nach unerwartet schwachen Geschäftszahlen der US-Technologiekonzerne Microsoft und IBM sind die deutschen Aktienmärkte etwas leichter ins Wochenende gegangen. "Die Technologietitel verlieren natürlich wegen Microsoft und IBM. Aber das Minus hält sich noch im Rahmen", sagte Aktienhändler Norbert Empting vom Börsenmakler Schnigge.

rtr/vwd FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) baute nach Bekanntgabe eines stärker als erwartet gestiegenen Indexes zum Verbrauchervertrauen in den USA seine Verluste wieder etwas ab. Das Augenmerk werden Marktteilnehmer in der kommenden Woche vor allem auf die Zahlen von Infineon, SAP, und Siemens richten.

Der Dax schloss mit einem Minus von 0,22 % auf 5 122 Zählern, nachdem er zuvor auf bis zu 5 065 Punkte gefallen war. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax50 um rund ein Prozent auf 1 162 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte schloss dagegen 0,3 % fester bei 4 353 Punkten. Am Vortag hatte der Dax rund drei Prozent und der Nemax 50 3,5 % zugelegt.

An den Aktienmärkten in New York setzte Händlern zufolge nach den enttäuschenden Ergebnissen von Microsoft und IBM ebenfalls Verkaufsdruck ein. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete bei Börsenschluss in Frankfurt einen Verlust von zwei Prozent auf 1 946 Punkte, der Industriewerte-Index Dow Jones gab um 0,6 % auf 9790 Punkte nach. Nach Börsenschluss am Vortag hatte der weltgrößte Software-Hersteller Microsoft mit den Zahlen zum abgelaufenen Quartal die Analystenerwartungen verfehlt. Der Computerhersteller IBM rechnet zudem nicht mit einer schnellen Verbesserung der Branchensituation, wie er mitteilte. Beide Aktien gaben jeweils rund fünf Prozent nach.

US-Verbrauchervertrauen größer als erwartet

Unterstützung erhielt der Markt von dem am Freitagnachmittag veröffentlichten Index der Universität Michigan zum US-Verbrauchervertrauen. Der Studie zufolge war das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes im Januar im Vergleich zum Dezember unerwartet stark auf 94,2 von zuvor 88,8 gestiegen. Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Anstieg auf 89,3 Punkte erwartet. "Das ist deutlich besser als erwartet", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Börsenmakler Nols. "Das deutet vielleicht daraufhin, dass die Konsumentenausgaben in den nächsten Monaten steigen werden und dass dadurch die Wirtschaft stabilisiert werden könnte."

Doch es gab auch zurückhaltendere Stimmen. Dass das Konsumentenvertrauen so deutlich positiv ausgefallen ist, liege ausschließlich an der positiven Erwartungshaltung, sagte ein Analyst. Die Einschätzung der aktuellen Lage sei dagegen noch etwas reduziert worden. "Das macht die Datenlage aus meiner Sicht noch etwas unstabil", so der Beobachter. Sollten die hohen Erwartungen enttäuscht werden, könne die Stimmung auch schnell wieder umschlagen.

Technologiewerte im Dax unter Druck

Im Mittelpunkt des Dax-Handels standen die Technologiewerte. Infineon-Titel büßten 3,4 % auf 23,40 ? ein. Siemens verbilligten sich um 0,8 % auf 72,35 ?. Allerdings werden die Aktien an diesem Freitag unter Abzug der Dividende von einem Euro gehandelt. SAP notierten 1,2 % unter ihrem Vortagesschluss bei 161,10 ?. Händler führten dies auf die Vorgaben von Microsoft und IBM zurück. Am Montag wird Infineon Quartalszahlen vorlegen. Am Mittwoch berichten dann Siemens und SAP über die jüngste Geschäftsentwicklung.

Die Aktien von Bayer verloren 1,1 % auf 35,55 ?. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass sich die Zahl der Todesfälle, die mit dem Cholesterinsenker Lipobay in Verbindung gebracht werden, auf rund 100 von 52 erhöht habe. Kommende Woche geht der Pharma- und Chemiekonzern in New York an die Börse.

Auch Preussag notierten mit 3,2 Prozent auf 32,00 Euro im Minus. Dies seien Gewinnmitnahmen, sagte ein Händler. Nach den deutliche Aufschlägen der vergangenen Tage konnte am Freitag auch eine Hochstufung durch die Investmentbank Merrill Lynch diese Tendenz nicht aufhalten.

Eon behaupten sich gegen schwachen Trend

Lufthansa kletterten am Nachmittag zögerlich ins Plus, konnten sich dort aber nicht halten und schlossen mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 17,70 Euro. Die Fluglinie hatte Passagier- und Frachtzahlen für 2001 bekannt gegeben. Hypovereinsbank-Analyst Uwe Weinreich zufolge entsprachen die Zahlen den Erwartungen.

Die Deutsche Telekom bestätigte indes einen Bericht der FAZ, im Jahr 2001 einen negativen freien Cash-Flow erzielt zu haben. Ein genaue Summe wollte das Unternehmen nicht nennen. Die Aktien verloren 1,6 % auf 17,70 ?.

Eon-Anteilsscheine legten gegen den schwachen Trend um 0,9 % auf 59 ? zu. Einem Zeitungsbericht zufolge will die Bundesregierung eine Ministererlaubnis erteilen, falls das Bundeskartellamt am Montag die Übernahme der Essener Ruhrgas AG durch den Energieversorger Eon untersagen sollte.

Mit Kursgewinnen von zeitweise mehr als vier Prozent auf ein Allzeithoch von 463,90 ? reagierte die Porsche-Aktie auf die vorgelegten Geschäftszahlen des Sportwagenherstellers. Porsche hat im ersten Halbjahr seines laufenden Geschäftsjahres 2001/02 der schwachen Autokonjunktur getrotzt und Gewinn sowie Umsatz gesteigert.

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