Microsofts eHome-Strategie
Mira soll Windows XP Beine machen

Microsoft hat ein Problem, denn der Markt für Desktop-Computer stagniert und damit verbunden ist auch mit Software-Produkten wie Windows XP kein rasantes Wachstum mehr möglich. Neue Geschäftsfelder müssen her, und das Motto heißt daher "Windows immer und überall". Ein Produkt, mit dem Bill Gates und Steve Ballmer das Wohnzimmer erobern wollen, ist der mobile Bildschirm Mira.

HANNOVER. Vorweg: Mira ist kein eigenständiger Computer, sondern "der verlängerte Arm des Windows XP Professional PCs". Selbst wenn die ersten Prototypen einem Tablet-PC oder Web-Pad zum Verwechseln ähnlich sehen, sind sie doch "nur" eine mobile Kombination aus Flachbildschirm, Tastatur und Maus in einem Gehäuse.

"Mit Mira-Monitoren kann der Anwender zu Hause von jedem Raum aus auf Windows XP zugreifen", erklärte Steve Ballmer auf der CeBIT. Der Stationäre PC wird dabei quasi fernbedient. Über eine Funkverbindung können Anwender ortsunabhängig im Internet surfen oder beliebige Computer-Programme nutzen. Im Haus soll die Übertragung bis zu einem Abstand von 60 Metern funktionieren. Ein berührungsempfindliches Flüssigkristall-Display mit Stift ermöglicht die Navigation ohne klassische Tastatur. Zeitraubendes "Hochfahren" wie bei einem klasischen PC entfällt, da die Geräte nach dem Einschalten direkt betriebsbereit sind - Instant-On heißt das Zauberwort. "Mira wird für Monitore ein Technologie-Sprung sein wie damals die ersten schnurlosen Telefone für das Telefonieren", ist Nancy Nemes, Produktmanagerin bei Microsoft, überzeugt.

Technisch basiert das System auf Microsofts Windows CE.net-Plattform. Doch die Hardware-Produktion werden Industriepartner von Microsoft übernehmen. Bislang sind Philips, National Semiconductor, Tatung, ViewSonic, Intel, Wyse, LG Electronics und TriGem mit im Boot. Sie stellen auf der CeBIT bereits einige Mira-Prototypen mit Display-Größen von 10 bis 15 Zoll vor. Ein Bispiel ist der "Detachable Monitor" von Philips.

Die Markteinführung plant Microsoft im Dezember dieses Jahres, damit einige Geräte bereits unter dem Tannenbaum liegen können. Preislich werden 10-Zoll-Geräte wahrscheinlich knapp unter 500 Euro liegen. "Die konkrete Preisgestaltung bleibt aber Sache der Hersteller", so Nemes.

Langfristig wünscht sich Microsoft, dass Mira die klassischen TFT-Bildschirme ablöst. Und fest steht: Wird Mira ein Erfolg, dann ist einerseits die Position von Microsofts Betriebssystemen weiter gestärkt und andererseits ein völlig neues Marktsegment erschlossen. Die Marschrichtung ist klar: Digitale Technologien nehmen immer mehr Platz in unserem Leben ein und Microsoft will dabei eine entscheidende Rolle spielen. Noch ist dies aber Zukunftsmusik, daher wird auch Mira zunächst eher ein Produkt für Computer-Enthusiasten sein.

Leider hat Mira schon vor dem Start einen kleinen Schönheitsfehler, denn das Gerät arbeitet nur mit Windows XP in seiner Professional-Ausführung zusammen. Grund: Das Betriebssystem muss das Remote-Desktop-Protokoll unterstützen, und genau das hat Microsoft bei seiner XP-Home-Edition neben anderen Netzwerk-Features eingespart.

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