Microsofts Spielekonsole feierte in den USA Premiere
Bill Gates überreichte erste Xbox

Der Gründer des Softwarekonzerns Microsoft, Bill Gates, hat am Donnerstag kurz nach Mitternacht (Ortszeit) am New Yorker Times Square selbst die erste Spielekonsole "Xbox" verkauft. Mit dem Gerät für 299 US-Dollar steigt Microsoft erstmals in das Milliardengeschäft mit Spielekonsolen ein, das bisher von Nintendo mit dem GameCube und Sony mit der PlayStation dominiert wird.

Reuters NEW YORK. Analysten rechnen damit, dass die zunächst ausgelieferten rund 300 0000 Microsoft-Konsolen bereits am ersten Tag verkauft werden. In Deutschland kommt die "Xbox" laut Microsoft am 14. März 2002 für 479 Euro auf den Markt.

Bis zu 16 Stunden hatten Videospielfans im Zentrum von New York gewartet, um als erste die seit langem angekündigte "Xbox" kaufen zu können. Gates schritt an der Schlange von Videospielfans wie ein Rockstar entlang, schüttelte ihnen die Hände und signierte ihre Spielekonsolen. Gates' Auftritt gehört zu der 500 Mill. US-Dollar teuren Werbekampagne für die "Xbox". Morgan-Stanley-Analystin Mary Meeker schätzt, Microsoft könnte insgesamt bis zu einer Milliarde US-Dollar investieren, bevor das Geschäft mit der Spielekonsole bei einem guten Verkauf 2004 die Gewinnschwelle erreicht.

In Nordamerika sollen laut Microsoft wöchentlich 100 000 Spielekonsolen ausgeliefert werden, so dass bis zum Jahresende bis zu 1,5 Mill. Geräte verkauft werden. Analysten rechnen dagegen bis dahin mit dem Verkauf von einer Million Konsolen. In Deutschland hat sich Microsoft einem Sprecher zufolge bis Ende Juni 2002 das Ziel von 1,5 Mill. ausgelieferten Geräten gesetzt. Die Start-Verzögerung sei darauf zurückzuführen, dass die Masse an Konsolen erst einmal gefertigt und die "Xbox" zudem der deutscher Fernseh-Norm PAL angepasst werden muss.

Die "Xbox" hat mit einem 733-Megahertz-Pentium-III-Chip von Intel und einer Acht-Gigabyte-Festplatte Eigenschaften, die praktisch an PCs etwas älterer Generationen heranreichen. Mit dem Gerät können die Nutzer ins Internet gehen und DVDs abspielen. Zunächst sind für die "Xbox" 15 bis 20 Spiele zu haben. In den USA kostet die "Xbox" genauso viel wie die Sony-PlayStation, aber 100 $ mehr als der Nintendo GameCube.

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