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Middelhoff: Karstadtquelle kämpft „ums Überleben“

Zur Rettung der kriselnden Karstadtquelle AG hat ihr Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff „einen echten Solidarpakt von Mitarbeitern wie Führungskräften, Gesellschaftern und Banken“ gefordert. Die nahe Zukunft von Europas größtem Kaufhaus- und Versandhandelskonzern werde „von tiefen Schnitten und weit reichenden Schritten geprägt sein“, sagte Middelhoff dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

dpa HAMBURG/ESSEN. Zur Rettung der kriselnden Karstadtquelle AG hat ihr Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff "einen echten Solidarpakt von Mitarbeitern wie Führungskräften, Gesellschaftern und Banken" gefordert. Die nahe Zukunft von Europas größtem Kaufhaus- und Versandhandelskonzern werde "von tiefen Schnitten und weit reichenden Schritten geprägt sein", sagte Middelhoff dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

In allen drei Kernbereichen des Essener Konzerns, im Versand- und stationären Handel sowie bei den Dienstleistungen sei die Lage "sehr ernst". Alles, was nicht Stammgeschäft sei, stehe nun zur Disposition. "Es geht ums Überleben", sagte der Aufsichtsratschef laut "Spiegel". Auch der Versandhandel von Neckermann und Quelle müsse sich auf einen "schmerzhaften Personalabbau" einstellen. Im ersten Halbjahr 2004 hatte Karstadtquelle einen Verlust von 300 Mill. Euro verbucht. Nicht kommentieren wollte Middelhoff Details der geplanten Sanierungsmaßnahmen, über die der Aufsichtsrat am Montag berät.

Nach "Spiegel"-Informationen plant der Vorstand unter Christoph Achenbach, 77 der zur Zeit 180 Warenhäuser abzustoßen, dies seien drei Mal so viele wie bislang angenommen. Zudem soll es enorme Wertberichtigungen geben, die mit einer kräftigen Kapitalerhöhung aufgefangen werden sollen, weil dem Unternehmen sonst die Pleite drohe, so das Hamburger Magazin unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Unter anderem solle auch die Textilhaus-Kette Sinnleffers abgestoßen werden. Ein Karstadt-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) in Essen sollen künftig nur noch 89 Warenhäuser im bisherigen Stil betrieben werden. Die 77 meist in Mittelstädten gelegenen Häuser mit einer Verkaufsfläche von weniger als 8 000 Quadratmetern würden ausgegliedert, berichtet die Zeitung unter Berufung auf "informierte Kreise" in ihrer Samstagausgabe. Sie sollten jedoch unter dem Dach des Karstadt-Konzerns bleiben.

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