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Mikrochip im Auge soll Blinde "sehen" lassen

US-Mediziner haben drei blinden Männern Mikrochips in die Augen verpflanzt und hoffen, dass die Patienten in einigen Monaten wenigstens schemenhaft sehen können.

dpa NEW YORK. Die Chips in Stecknadel-Größe enthielten etwa 3500 Solarzellen, deren elektronische Signale im Gehirn in Bilder umgesetzt werden sollen, berichtete die Zeitung "USA Today" am Mittwoch.

Ob das Experiment Erfolg hat, werde sich in zwei bis drei Monaten zeigen, erklärte der Augenarzt Alan Chow, der den Mikrochip zusammen mit seinem Bruder, einem Elektronik-Ingenieur entwickelt hat. Die drei Patienten hätten die Eingriffe gut überstanden. Bislang seien keine Abwehrreaktionen festgestellt worden.

Zwei der blinden Männer, 59 Jahre alte Zwillinge, waren in der vergangenen Woche im Central DuPage Hospital in Winfield (US-Bundesstaat Illinois) operiert worden. Einem 79-Jährigen pflanzten Ärzte den Chip im Medizinischen Zentrum St. Lukes in Chicago (ebenfalls Illinois) ein. Nach Angaben der Herstellerfirma Optobionics wird für die Chips im Gegensatz zu früheren ähnlichen Versuchen kein Kameraaufsatz für die Augen benötigt. Sie seien zudem wartungsfrei und bezögen ihre Energie aus dem einfallenden Licht.

Es sei zwar nicht zu erwarten, dass Blinde durch die Chips zu voller Sehkraft gelangten, sagte Chow der Zeitung. Es bestehe jedoch die Hoffnung, dass sie visuelle Eindrücke bis hin zur Unterscheidung von Gesichtern wahrnehmen könnten. Eine ältere Version des "Seh-Chips" war vor einem Jahr zwei blinden Männern und einer blinden Frau eingepflanzt worden. Bei ihnen sei die Aussendung elektronischer Signale an das Gehirn festgestellt worden. Inwieweit sie tatsächlich in visuelle Eindrücke umgewandelt wurden, wollte Chow nicht mitteilen. Zunächst wolle man die Ergebnisse des jüngsten Experiments abwarten und darüber die für die Zulassung von Medikamenten und Medizin-Technik zuständige US-Behörde Food and Drug Administration (FDA) informieren.

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