Mikroelektronik-Sparte verkauft
Alcatel-Quartalszahlen deuten auf Trendwende

Der Konzern Alcatel SA, Paris, verkauft seine belgische Tochter Alcatel Microelectronics an den ebenfalls französischen Chiphersteller STMicroelectronics NV. Der Kaufpreis betrage 390 Mill. Euro in bar, teilten die Unternehmen am Montag mit. Die Mikroelektronik-Sparte erreichte 2001 einen Umsatz von 350 Mill. Euro.

abo/vwd PARIS. Alcatel ist damit einen Schritt weiter im Bemühen, sich auf die Kernaktivitäten konzentrieren. Die in zehn Tagen erwarteten Quartalszahlen werden zeigen, wie weit der Konzern voran gekommen ist. Das Unternehmen teilte im Vorgriff auf die offizielle Publikation mit, das erste Quartal 2002 habe zwar um etwa ein Drittel niedrigere Umsätze, aber höhere laufende Erträge als im vierten Quartal 2001 gebracht. Vor allem aber erlaubte ein Überschuss an freien Mitteln von 300 Mill. Euro, "die Nettoverschuldung um die entsprechenden Summe abzubauen", wie Vorstandschef Serge Tchuruk mitteilte. Er muss seinen Sparkurs und die Streichung von einem Drittel der Stellen auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag rechtfertigen.

Zwar wird Alcatel im ersten Quartal einen Fehlbetrag von rund 850 Mill. Euro ausweisen, 600 Mill. Euro weniger als im Vorquartal. Doch kommt der Fehlbetrag durch Sonderabschreibungen zu Stande. Dies ist laut Alcatel nicht als Hinweis auf die Entwicklung des Jahresergebnisses zu verstehen: In der Zahl seien die Erlöse aus Beteiligungsverkäufen noch nicht enthalten.

Ein Analyst von ABN Amro äußerte, die Zahlen fielen deutlich besser aus als die zurückhaltenden Erwartungen. Den Cash-flow hatte die Bank zuvor mit minus 350 Mill. Euro deutlich schwächer angesetzt, und die Senkung der Schulden auf 2,4 Mrd. Euro wertet sie positiv. Dass der Quartalsverlust deutlich höher ausfällt als berechnet, hindert ABN Amro nicht an der Bestätigung ihrer Kaufempfehlung mit Kursziel 25 Euro. Andere Analysten bleiben skeptisch. So hat Crédit Agricole Indosuez Cheuvreux den Wert von seiner Empfehlungsliste gestrichen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%