Milan und Inter trennen sich 0:0
Magerkost im Stadtderby

Die Mailänder Fußball-Clubs haben im 254. Stadtderby Magerkost geboten und die Entscheidung um den Einzug in Finale der Champions League auf das Rückspiel am kommenden Dienstag vertagt. Der AC und Inter Mailand trennten sich am Mittwochabend vor 77 069 Zuschauern im ausverkauften Giuseppe-Meazza-Stadion 0:0. Im ersten Halbfinal-Hinspiel am Dienstag hatte Titelverteidiger Real Madrid den italienischen Meister Juventus Turin mit 2:1 besiegt.

HB/dpa MAILAND. Ruppig wie im letzten Derby, als Christian Vieri Milan-Kapitän Paolo Maldini die Nase gebrochen hatte, ging es im Duell der Tabellennachbarn in der Serie A diesmal nicht zu. Vorsichtig, ohne ein Risiko einzugehen, tasteten sich die Rivalen zunächst ab und langweilten die "Tifosi" nach schwungvollem Beginn mit Geplänkel im Mittelfeld. Die beiden starken Abwehrreihen dominierten und lösten im Ansatz gefährliche Aktionen meist mit der Abseitsfalle auf.

Milan hatte beide Stadtderbys in der Meisterschaft mit 1:0 gewonnen. Doch dem leicht favorisierten fünfmaligen Gewinner des europäischen Landesmeister-Wettbewerbs gelang es erst in der zweiten Halbzeit, ein deutliches spielerisches Übergewicht zu schaffen. Andrej Schewtschenkos Heber, den Francesco Toldo im Inter-Tor mit einer Hand parierte (15.), war die einzige erwähnenswerte Chance der Gastgeber vor der Pause. Schewtschenkos Sturmpartner Filippo Inzaghi, der im laufenden Wettbewerb schon zehn Tore erzielte und mit 45 Treffern der erfolgreichste noch aktive Torjäger im Europapokal ist, verhielt sich wie der gute russische Schiedsrichter Walentin Iwanow: weitgehend unauffällig.

Auf der Gegenseite tauchte anfangs Alvaro Recoba zwei Mal gefährlich vor AC-Torhüter Dida auf, doch der Schussversuch des Stürmers aus Uruguay (7.) und sein Kopfball nach Flanke von Sergio Conceicao (17.) wurden eine sichere Beute des brasilianischen Schlussmanns. Bei Inter machte sich das Fehlen von Vieri bemerkbar. Der Auswahlstürmer, der in der Serie A mit 24 Toren geführt wird, hatte sich im Viertelfinal-Rückspiel gegen Valencia einen Bänderriss im rechten Knie zugezogen.

Vor den Augen von Italiens Ministerpräsident und Milan-Boss Silvio Berlusconi begannen die Rot-Schwarzen nach der Pause druckvoller. Rui Costa (46.) war Absender des ersten Warnschusses auf das Inter-Tor. Vier Minuten später schob Schewtschenko eine Eingabe von Kacha Kaladse Inter-Keeper Toldo in die Arme, der später auch noch einen Gewaltschuss von Gennaro Gattuso (64.) glänzend parierte. Inter, das erstmals ins Endspiel der "Königsklasse" einziehen könnte, hatte in der Offensive kaum noch etwas entgegenzusetzen und beschränkte sich auf das Halten des möglicherweise kostbaren Unentschiedens.

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