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Milbradt ist neuer sächsischer CDU-Chef

Georg Milbradt ist zum neuen Landesvorsitzenden der CDU in Sachsen gewählt worden. Für den 56-jährigen früheren Landesfinanzminister stimmten am Samstag auf einem CDU-Landesparteitag in Glauchau 131 von 228 Delegierten. Sein Gegenkandidat, Landesagrarminister Steffen Flath, kam auf 96 Stimmen; eine Stimme war ungültig.

dpa-afx GLAUCHAU. Das Amt des Landesvorsitzenden gilt als gute Ausgangsposition für die Nachfolge von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU), der Ende 2002 oder Anfang 2003 sein Amt abgeben will. Biedenkopf hatte die Kandidatur von Flath unterstützt. Der Ministerpräsident hatte Milbradt zum Jahresbeginn wegen Differenzen über die Nachfolgefrage als Finanzminister entlassen.

Milbradt will nach eigenen Angaben in seinem neuen Amt das Profil der sächsischen CDU weiter schärfen. Die Partei sei "aufgewacht" und wolle stärker in die politische Arbeit einbezogen werden, sagte er nach seiner Wahl vor Journalisten. Er habe Biedenkopf seine "Zusammenarbeit und Unterstützung" angeboten. Biedenkopf sagte mit Blick auf die Wahl von Milbradt am Abend im ZDF: "Wir haben heute nicht über die Nachfolge entschieden".

Ex-Landesinnenminister Eggert nicht im Amt bestätigt

Auf dem Parteitag wurde Flath zu einem der drei stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Der frühere Landesinneninister Heinz Eggert wurde nicht in diesem Amt bestätigt. Zum neuen CDU-Generalsekretär wählten die Delegierten den sächsischen Landtagsabgeordneten Hermann Winkler.

Milbradt war von 1990 bis Ende Januar sächsischer Finanzminister und galt lange Zeit als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Biedenkopf. Nach Milbradts Entlassung war der Machtkampf um die Nachfolge des Regierungschefs in der CDU voll entbrannt. Flath ist seit Oktober 1999 Landwirtschaftsminister in Sachsen. Der 44-Jährige war zuvor vier Jahre lang Generalsekretär der Landes-CDU.

Biedenkopf hatte in seiner Rede auf dem Parteitag noch einmal für Flath als neuen Landeschef geworben. Der 44-Jährige stehe für einen "Generationswechsel", betonte der Regierungschef. Dies sei der "einzige Weg" zum politischen Erfolg. Zugleich kündigte Biedenkopf an, er wolle auch nach seiner Amtsübergabe weiter in der Landespolitik aktiv bleiben. Dafür sei jedoch "Geschlossenheit und Vertrauen" notwendig. Biedenkopf will bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2004 Landtagsabgeordneter bleiben.

Der bisherige CDU-Landeschef Fritz Hähle hatte sich nicht zur Wiederwahl gestellt, nachdem Flath sich zur Kandidatur entschlossen hatte. Hähle hatte den Landesvorsitz im Oktober 1995 von Biedenkopf übernommen, der dieses Amt seit 1991 inne hatte.

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