Miles & More muss für andere Wettbewerber geöffnet werden
Grünes Licht für Fusion Lufthansa-Eurowings

Die Deutsche Lufthansa AG darf mit ihrer Konkurrentin Eurowings zusammengehen - muss dafür aber Strecken im inländischen Luftverkehr abgeben und ihr Vielfliegerprogramm Miles & More für die Wettbewerber öffnen.

afp BONN. Das Bundeskartellamt gab am Montag unter Auflagen grünes Licht für die Fusion. Demnach soll der Mönchengladbacher Regionalanbieter European Air Express (EAE) für neue Konkurrenz sorgen, er bekommt auf Geheiß der Behörde Strecken von Lufthansa und Eurowings. Diese sollen zudem Start- und Landerechte in Düsseldorf, München oder Frankfurt am Main abgeben, sofern Konkurrenten diese Strecken anbieten wollen. Miles & More muss "für EAE und alle anderen im innerdeutschen Luftverkehr jetzt oder künftig tätigen Wettbewerber" geöffnet werden. Dies gelte grundsätzlich auch für die schärfste Konkurrentin Deutsche BA, sagte ein Kartellamtssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Mit der Öffnung von Miles & More solle erreicht werden, dass Passagiere trotz des Kundenbindungsprogrammes auch andere Fluggesellschaften nutzen, sagte der Kartellamtssprecher weiter. Dabei bleibe es der British-Airways-Tochter Deutsche BA (DBA) selbst vorbehalten, ob sie an Miles & More teilnehmen wolle. Würde das Unternehmen zustimmen, könnten Fluggäste künftig auch bei DBA-Flügen Meilen für Lufthansa-Flüge sammeln - und umgekehrt.

Innerdeutsch kaum Konkurrenz

Den Angaben zufolge übertragen Lufthansa und Eurowings zunächst drei Strecken in Deutschland auf European Air Express: Mit dem nächsten Winterflugplan soll EAE die Verbindungen Dortmund-München und Paderborn-München aufnehmen, ab dem Sommerflugplan 2002 kommt dann Nürnberg-Berlin hinzu. EAE will zudem weitere innerdeutsche Strecken bedienen und kauft dazu fünf Flugzeuge von Eurowings. Damit bleibe der Wettbewerb auf den bisher sowohl von Lufthansa als auch von Eurowings beflogenen Strecken erhalten, betonten die Bonner Kartellwächter. Drei Jahre lang dürfen Lufthansa und Eurowings auf diesen Verbindungen nicht mehr Flüge als bisher anbieten oder größere Flugzeuge einsetzen. Nach Angaben des Kartellamtes hat die Lufthansa auf 67 der beinahe 90 innerdeutschen Flugverbindungen keine Konkurrenz.

Die Lufthansa hält seit Januar 24,9 % an Eurowings und hat die Option, den Anteil binnen drei Jahren auf 49 % aufzustocken. Im März hatte das Kartellamt angekündigt, den Zusammenschluss zu untersagen, wenn es nicht Änderungen beim Flugangebot gebe, weil die Fusion sonst "zu einer erheblichen Schwächung des Wettbewerbs führen würde". Die Dortmunder Eurowings hatte vor dem Einstieg von Lufthansa unter anderem mit Air France zusammengearbeitet.

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