Militärhilfe geplant
Heckenschütze bekommt ein Gesicht

Der heimtückische Heckenschütze von Washington bekommt möglicherweise bald ein "Gesicht". Nach dem neuen Mord hofft die Polizei, mit Hilfe von Zeugenaussagen eine Skizze eines Mannes anfertigen zu können, der sich am Tatort verdächtig verhalten hat. Es soll sich um einen dunkelhäutigen Mann handeln, entweder einen Hispanier oder jemanden aus dem Nahen Osten.

HB/dpa WASHINGTON. Der Täter hat seit dem 2. Oktober im Großraum Washington neun Menschen erschossen und zwei schwer verletzt. Das US-Verteidigungsministerium will bei der Suche helfen. Nach Angaben unterrichteter Kreise vom Dienstag hat Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Einsatz von mit modernster Technologie ausgestatteten Aufklärungsflugzeugen genehmigt. Weil eine direkte Beteiligung des Militärs bei der Strafverfolgung in den USA seit 1878 gesetzlich verboten ist, sollen die Maschinen zwar von militärischen Piloten geflogen werden. Die Aufklärungsarbeit an Bord wird aber von Beamten des Bundeskriminalamtes FBI erledigt.

Der Heckenschütze hatte am Montagabend zum elften Mal zugeschlagen. Er erschoss auf einem überdachten Parkplatz im Bezirk Fairfax eine 47 Jahre alte FBI-Mitarbeiterin. Er konnte erneut durch ein engmaschiges Netz der Polizei schlüpfen, hinterließ diesmal aber zahlreiche Spuren. Die Polizei sicherte "einen Berg Indizien und Hinweise". "Ich bin zuversichtlich, dass diese Informationen bald zu einer Festnahme führen", sagte der Polizeichef des Bezirks, Tom Manger.

Die Frau war vor den Augen ihres Mannes mit einem gezielten Kopfschuss ermordet worden. Die 47-jährige arbeitete als Analystin für das Bundeskriminalamt FBI, hatte nach Angaben der Polizei aber nichts mit der Fahndung zu tun. Mehrere Augenzeugen berichteten nach der Tat von einem Mann mit blauem Sweatshirt, der an einem verdächtigen hellen Lieferwagen gesehen wurde. Ein solches Auto war auch an anderen Tatorten aufgefallen. Die Behörden gaben am Dienstag neue Abbildungen des Fahrzeugs heraus. Augenzeugen merkten sich nach Angaben der Polizei Teile des Nummernschildes.

US-Präsident George W. Bush lehnte trotz der Mordserie eine Verschärfung der Waffengesetze ab. Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, erteilte Rufen nach einem ballistischen Fingerabdruck für alle in den USA verkauften Waffen eine Abfuhr. Es gebe Experten, die dies für nicht genügend aussagekräftig hielten, sagte er. Bei dem ballistischen Fingerabdruck handelt es sich um eine Methode, mit Hilfe der winzigen Unterschiede und Merkmale im Lauf eines jeden Gewehrs die Kugeln zu einer Waffe zurück zu verfolgen. Dafür müssen aber alle Waffen registriert werden.

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