Militärische Bedeutung unklar
Indien meldet "Bilderbuch-Start" der Trägerrakete

Indien hat am Mittwoch seine erste Satelliten-Trägerrakete ins All geschickt. "Es war ein Bilderbuch-Start", sagte ein Sprecher des Raumfahrtzentrums Sriharikota im Südosten des Landes.

Reuters SRIHARIKOTA. Die GSLV-D1, hob um 12.13 Uhr (MESZ) in Sriharikota, rund 100 Kilometer nördlich der Stadt Madras, ab. Damit verfügt auch Indien neben den USA, Russland, Japan, China sowie der Europäischen Raumfahrtbehörde über die lukrative Technologie, geostationäre Kommunikationssatelliten zu befördern.

Wissenschaftler der Raumfahrtbehörde und ihre Angehörigen applaudierten, als die umgerechnet rund 660 Mill. DM teure Rakete mit dem 1 540 Kilogramm schweren Test-Satelliten donnernd abhob. "Ich habe keine Worte, um meine Gefühle zu beschreiben", sagte der Vorsitzende der Raumfahrtbehörde. Die 49 Meter hohe Trägerrakete wurde konstruiert, um Satelliten mit einem Gewicht von zwei Tonnen zu transportieren. Ein erster Startversuch im März in Sriharikota war gescheitert. Millionen Inder sahen damals die Panne direkt im Fernsehen. Der Start wurde abgebrochen, da eines der Triebwerke nicht genügend Schubkraft entwickelte. Der Start am Mittwoch wurde nicht live im Fernsehen übertragen.

Unklar ist, welche militärische Bedeutung der Raketenstart hat. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass das indische Raumfahrt-Programm ebenso als Basis für Tests weitreichender Atomraketen dienen könne. Indien hatte in den 70er Jahren und dann 1998 Atomtests durchgeführt und verfügt über ein Entwicklungsprogramm für Mittelstrecken-Raketen. Ein neues Raketen-Modell dieses Programms wurde im Januar erfolgreich gestestet.

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