Militärische Präsenz soll Terrorismus eindämmen: Bush pflegt Vision des pazifischen Jahrhunderts

Militärische Präsenz soll Terrorismus eindämmen
Bush pflegt Vision des pazifischen Jahrhunderts

US-Präsident George W. Bush ist auf seiner Asienreise in Südkorea eingetroffen, wo er unter anderem einen Blick über die Grenze nach Nordkorea werfen will. Das kommunistische Nordkorea gehört nach Bushs Betrachtungsweise gemeinsam mit Irak und Iran zu einer "Achse des Bösen" - einer Gruppe von Staaten, die seiner Interpretation nach den internationalen Terrorismus unterstützen.

ga TOKIO. Bush traf am Dienstag auf einem US-Luftwaffenstützpunkt bei Seoul ein und flog dann mit einem Hubschrauber zur US-Militärbasis Yongsan, die mitten in der Hauptstadt liegt. Ein Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Dae Young ist für Mittwoch geplant. Außerdem wird Bush US-Soldaten an der Waffenstillstandslinie zu Nordkorea besuchen. Von dort aus kann er einen Blick über die befestigte Demarkationslinie werfen. Mit Präsident Kim soll er sich zudem am Bahnhof Dorasan treffen, der letzten Station der unterbrochenen Bahnstrecke von Süd- nach Nordkorea. Bushs Sprecherin Karen Hughes sagte, der Präsident werde seine kompromisslose Haltung zu Nordkorea bekräftigen und abermals klar machen, dass "die gefährlichsten Regime" nicht "die gefährlichsten Waffen der Welt" in die Hände bekommen dürften.

Vor seiner Reise nach Südkorea hatte sich Bush vor beiden Kammern des japanischen Parlamentes für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den asiatisch-pazifischen Staaten ausgesprochen. Er sei überzeugt, "dass das 21. Jahrhundert ein pazifisches Jahrhundert sein wird". Japan spiele global und in der Region eine unverzichtbare Rolle. Die USA und Japan hätten eine der "großen und dauerhaften Allianzen der modernen Zeit geformt".

Wesentlicher Teil der amerikanischen Asien-Pazifik-Strategie ist für Bush die dauerhafte militärische Präsenz der USA in der Region; er werde deshalb an den Anstrengungen zum Aufbau einer wirksamen Verteidigung gegen Raketenangriffe festhalten. Eine intensivere Zusammenarbeit mit Japan hat hierbei für die USA höchste Priorität.

In der knapp halbstündigen Rede des Präsidenten vor beiden Häusern des japanischen Parlaments war allerdings von der "Achse des Bösen" keine Rede mehr. Stattdessen warb Bush für eine Zusammenarbeit Japans und der USA auch auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe. Beide Staaten sollten hierbei die Partnerschaft mit der Privatwirtschaft bei der Reform internationaler Finanzinstitute ausweiten, forderte Bush.

Japan und Amerika teilen laut Bush die Vision der Asien-Pazifik-Region als einer Gesellschaft freier Nationen ("fellowship of free nations"). Militärische Macht dürfe nicht zur Lösung politischer Streitfragen eingesetzt werden. Die Region müsse offen für Handel, Investitionen, Personen und Informationen sein. Die Beseitigung von Grenzen solle auch ein Impuls zur Demokratisierung sein.

Eindeutig mit Blick auf die anhaltende Spaltung des Landes in zwei Staaten und die militärische Konfrontation auf der koreanischen Halbinsel sagte Bush, Ziel dieser Vision sei eine Region, in der entmilitarisierte Zonen und Raketenbatterien nicht mehr Menschen mit einem gemeinsamen Erbe und einer gemeinsamen Zukunft trennten.

Die Verwirklichung dieser Vision solle, so Bush, durch eine Intensivierung der Allianz mit Japan, die militärische Präsenz von US-Streitkräften vor Ort und den forcierten Aufbau eines Raketenabwehrsystems zur Verteidigung der Völker dieser Region, aber auch von Freunden und Alliierten in allen anderen Regionen gewährleistet werden.

Insbesondere gehe es um eine Demonstration der militärischen Unterstützung der Philippinen, Australiens und Thailands und die Abwehr eines Angriffs gegen Südkorea. Amerika werde darüber hinaus seine Verpflichtungen "gegenüber den Menschen auf Taiwan" nicht vergessen, betonte der Präsident in einer bewusst zurückhaltenden, aber eindeutigen Formulierung.

Angesichts der von Washington angestrebten umfassenden intensiveren Zusammenarbeit mit Japan drängte Bush jetzt vor den japanischen Parlamentariern mit Verweis auf eigene Erfahrungen bei der Überwindung wirtschaftlicher Stagnation auf "kühnes Handeln" bei Reformen und Restrukturierung, statt darauf zu warten, dass alte Handlungsweisen doch irgendwie wieder funktionierten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%