Militärischer Druck Israels steigt
Arafat dringt auf baldige Nahostkonferenz

Unter militärischem Dauerdruck Israels dringt der palästinensische Präsident Jassir Arafat auf eine Nahostkonferenz zum baldmöglichsten Zeitpunkt.

Wiwo/ap JERUSALEM/RAMALLAH. Er rufe die USA und Ägypten auf, ihre Anstrengungen zur Rettung des Friedensprozesses zu verstärken, bevor er völlig zusammenbreche, sagte Arafat am Freitag. Etwa 20 israelische Panzer rollten am Morgen in Dschenin im Westjordanland ein. Über die Stadt und Dörfer in der Umgebung wurde ein Ausgehverbot verhängt. Außenminister der EU und zehn asiatischer Länder forderten von beiden Seiten ein Ende der Gewalt.

Noch vor Tagesanbruch bewegten sich israelische Panzer außerdem auf Bethlehem zu, drangen jedoch nicht in die Stadt ein. Nach palästinensischen Berichten stießen die Truppen auch vorübergehend nach Tulkarem vor und nahmen eine Studentin fest. Die israelische Armee nannte die Militäroffensive in Dschenin eine Routineaktion. Aus der Stadt kam der Selbstmordattentäter, der am Mittwoch einen Bus in die Luft gesprengt und 17 Israelis in den Tod gerissen hatte. Zu der blutigsten Tat seit Wochen bekannte sich die radikalislamische Organisation Islamischer Dschihad.

Die internationale Nahostkonferenz ist für den kommenden Monat in der Türkei geplant, es wurden jedoch Zweifel an dem Terminplan laut. Arafat forderte nun eine schnelle Umsetzung des Vorhabens und wandte sich vor allem an US-Präsident George W. Bush und den ägyptischen Staatschef Husni Mubarak, die am Freitag in Washington zu Gesprächen zusammenkommen sollten.

Für Montag wird auch der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bei Bush erwartet. Ein wesentlicher Bestandteil neuer US-Friedensvorschläge könnte nach Ansicht von Scharons Außenminister Schimon Peres die Aufgabe der israelischen Siedlungen in den Autonomiegebieten sein. Die Palästinenser sollten im Gegenzug auf ein Rückkehrrecht für Flüchtlinge verzichten. Es handele sich jedoch derzeit nicht um einen offiziellen Plan der US-Regierung, sagte Peres am Freitag im israelischen Rundfunk. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, es werde keinen US-Friedensplan geben, sondern lediglich Vorschläge.

Bei einem Sicherheitstreffen in Madrid riefen die europäischen und asiatischen Außenminister Israel und die Palästinenser auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewalt zu beenden. Israel wurde weiter zu einem Truppenrückzug aus den Autonomiegebieten aufgefordert, Arafat zu tief greifenden Reformen und baldigen Wahlen.

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