Militärterror in Argentinien
USA geben Diktatur-Dokumente frei

Die USA haben Tausende bisher geheimer Dokumente über den Terror während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) freigegeben.

HB/dpa BUENOS AIRES. Insgesamt 4677 Berichte der US-Botschaft in Buenos Aires aus den Jahren 1976 bis 1984 an das Außenministerium in Washington wurden in Buenos Aires übergeben und waren seit Mittwoch auch im Internet einsehbar.

Unter den Dokumenten befänden sich auch Listen Verschwundener, berichtete die Zeitung «Clarin» am Mittwoch weiter. Bis 1979 seien schon Mitteilungen über mehr als 10 000 Fälle von Menschenrechtsverletzungen und detaillierte Angaben über wahllose Festnahmen, Foltermethoden und Morde durch Soldaten und Polizisten nach Washington gemeldet worden.

Die Dokumente, deren Auswertung Monate in Anspruch nehmen dürfte, könnten auch Bedeutung für neu aufgenommene Strafprozesse gegen Militärs und Polizisten wegen Verbrechen unter der Diktatur erlangen. Verschiedene Richter versuchen derzeit, trotz der Amnestiegesetze vom Ende der 80er Jahre die Schuldigen vor Gericht zu bringen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass unter der Militärdiktatur bis zu 30 000 Menschen verschleppt und getötet wurden.

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