Milizen-Sprecher deutet baldige Freilassung an
Diplomaten treffen erneut Taliban-Vertreter in Pakistan

Botschaftsvertreter aus Deutschland, Australien und den USA haben sich am Freitag erneut für einen Besuch bei den in Afghanistan inhaftierten Mitarbeitern der Organisation "Shelter Now International" (SNI) eingesetzt.

afp ISLAMABAD. In einem einstündigen Gespräch mit dem Vertreter der afghanischen Taliban-Miliz in Pakistan hätten die Diplomaten darauf gedrängt, Zugang zu den acht ausländischen SNI-Mitarbeitern zu bekommen, sagte der australische Botschaftsvertreter Howard Brown in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Ein Sprecher der afghanischen Botschaft sagte, die Taliban-Miliz sei grundsätzlich bereit, die erforderlichen Visa auszustellen. Das Außenministerium habe dies aber noch nicht getan.

Nach Angaben der Taliban-Vertretung in Pakistan können die Gefangenen "bald" ausgewiesen werden. Dies hänge vom Ausgang der Ermittlungen der Religionspolizei in Kabul ab. "Wenn sich herausstellt, dass die Ausländer keinen Moslem überredet haben, zum christlichen Glauben überzutreten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie auswiesen werden", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Da die Untersuchungen fast abgeschlossen seien, könne dies "bald passieren".

Die zwei Männer und sechs Frauen aus Deutschland, den USA und Australien waren am Wochenende mit 16 weiteren einheimischen Mitarbeitern festgenommen worden. Die fundamentalistische Taliban-Miliz wirft ihnen vor, für das Christentum geworben zu haben. Die Religionspolizei schloss eine Todesstrafe nicht aus. Ein im Juni erlassenes Dekret sieht für Ausländer dagegen eine höchstens einmonatige Haftstrafe oder die Ausweisung vor.

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