Milliarden-Verlust der Telekom
Bund kann auf Telekom-Dividende nicht verzichten

Der Bund will entgegen der Forderungen des Kleinaktionärsverbands SdK nicht auf seine Dividende bei der mit Verlusten kämpfenden Deutschen Telekom verzichten.

Reuters BERLIN. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte auf Anfrage, der Bund "muss die Forderung auf Verzicht der Dividendenzahlung der Telekom zurückweisen".

Der Bund ist direkt und über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit insgesamt rund 43 Prozent an der Telekom beteiligt.

Angesichts der aktuellen Ertragsprobleme bei der Telekom, die im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust ausgewiesen hatte, hatte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in einem Brief an Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) gefordert, der Bund solle den ihm zustehenden Dividendenanteil bei der Telekom verzichten. Die Telekom selbst hat bislang noch keine Angaben über eine Dividende 2001 gemacht.

Dividenden gehen in die Pensionskasse

Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies darauf, dass die Dividendeneinnahmen des Bundes wie auch Privatisierungserlöse aus seinen Beteiligungen bei ehemaligen Bundespost-Unternehmen für die Finanzierung der Versorgungs- und Beihilfeleistungen der früheren Postbeamten benötigt würden. Daher könne der Bund auf diese Dividendeneinnahmen nicht verzichten, hieß es.

Der Bund trage bereits mit rund 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2002 den Hauptanteil der Pensionslasten für die Pensionäre der Deutschen Postbank AG, der Deutschen Post AG und der Deutschen Telekom AG. Dadurch würden diese Firmen indirekt um Versorgungsaufwendungen in Milliardenhöhe entlastet. Bis 2006 werde diese Jahresbelastung für die Pensionen aus dem Bundeshaushalt auf rund 6,8 Milliarden Euro steigen und auch danach weiter steigen.

SDK fordert Dividendenverzicht

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre hatte argumentiert, der Bund könne durch einen Dividendenverzicht bei der Telekom einen Teil des zerstörten Vertrauens in das Unternehmen wiederherstellen. Die Aktie der Deutsche Telekom habe mit ihrem massiven Wertverlust in der jüngeren Vergangenheit maßgeblich dazu beigetragen, dass sich viele private Anleger wieder von der Anlage in Aktien abgewendet hätten. Trotz der Verluste bei der Telekom im vergangenen Jahr halte es die SdK für angemessen, dass die Gesellschaft für ihre freien Aktionäre wieder 0,62 Euro je Aktie Dividende zahle.

Die Deutsche Telekom hatte vor wenigen Tagen trotz Erträgen aus Beteiligungsverkäufen für 2001 das schlechteste Ergebnis seit dem Börsengang 1996 ausgewiesen. Der um Sondereinflüsse bereinigte und damit vergleichbare Konzernverlust hatte 4,7 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr erreicht.

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